Discussion:
von Professor Mörgeli vergebene Doktortitel
(zu alt für eine Antwort)
Walter Schmid
2013-03-28 15:30:01 UTC
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Habe ich das richtig verstanden: Die von Mörgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakultät - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. Mörgeli vergibt einen
"Dr. med." für eine Uebersetzungsarbeit?

Gruss

Walter
Ernst Keller
2013-03-28 16:10:01 UTC
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Raw Message
Post by Walter Schmid
Habe ich das richtig verstanden: Die von Mörgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakultät - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. Mörgeli vergibt einen
"Dr. med." für eine Uebersetzungsarbeit?
Siehe mein Link. Selbstverständlich ist das eine Verschwörung gegen Mörgeli, nur
die SVP Medien sind objektiv, aber das kennen wir ja vom armen verfolgten
Mörgeli.

Ernst
Walter Schmid
2013-03-28 16:40:01 UTC
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Post by Ernst Keller
Post by Walter Schmid
Habe ich das richtig verstanden: Die von Mörgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakultät - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. Mörgeli vergibt einen
"Dr. med." für eine Uebersetzungsarbeit?
Siehe mein Link.
Da steht aber auch nicht, welcher Doktortitel genau verliehen
wurde. "Dr.med." wäre ein grosser Skandal.

Gruss

Walter
Ernst Keller
2013-03-28 17:05:01 UTC
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Raw Message
Post by Walter Schmid
Post by Ernst Keller
Post by Walter Schmid
Habe ich das richtig verstanden: Die von Mörgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakultät - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. Mörgeli vergibt einen
"Dr. med." für eine Uebersetzungsarbeit?
Siehe mein Link.
Da steht aber auch nicht, welcher Doktortitel genau verliehen
wurde. "Dr.med." wäre ein grosser Skandal.
Ich nehme an dass der Arzt, der über seine Arbeit sprach, einen Dr.med. erhielt.

Ernst
Raffael Herzog
2013-03-28 22:05:02 UTC
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Post by Walter Schmid
Da steht aber auch nicht, welcher Doktortitel genau verliehen
wurde. "Dr.med." wäre ein grosser Skandal.
Es hat sich um Dr.med. gehandelt. Aber die Diskussion geht offenbar eher in
eine andere Richtung: Ist für Dr.med. überhaupt eine Dissertation nötig oder
sollte man das besser gleich abschaffen?

Ein Dr.med. ist üblicherweise kein Forscher, er soll das Gelernte an
Patienten anwenden. Eine Facharztprüfung dazu hat er abgelegt und bestanden.
Also wozu eine Dissertation?

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Der-Doktor-mit-dem-Doktortitel/story/30283035

Gruss,
Raffi
Roman Racine
2013-03-28 17:20:02 UTC
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Post by Walter Schmid
Habe ich das richtig verstanden: Die von Mörgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakultät - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. Mörgeli vergibt einen
"Dr. med." für eine Uebersetzungsarbeit?
Hast du richtig verstanden. Mörgeli hat sowohl Dissertationen zum Dr.med.
und zum Dr.phil. betreut. Die Anforderungen für einen Dr.med. waren schon
immer wesentlich tiefer. Meiner Meinung nach ist das System mit den
"Dr.med."-Titeln nicht besonders sinnvoll, da daraus nicht erkennbar ist, ob
jemand tatsächlich eine längere wissenschaftliche Arbeit geleistet hat oder
ob es sich um eine reine Fleissarbeit handelt.

Meiner Meinung nach könnte man das mit den reinen Fleissarbeiten auch
einfach abschaffen und die dadurch frei gewordene Zeit für etwas Sinnvolles
nutzen und nur Leute doktorieren lassen, die nach dem Doktorat tatsächlich
eine Laufbahn in der wissenschaftlichen Forschung einschlagen wollen. Von
diesen sollte man dann aber eine umfangreichere selbständige Arbeit
verlangen. Das Ziel einer solchen Arbeit sollte ja eigentlich sein, den
Leuten wissenschaftliche Forschung beizubringen; und die abgeschlossene
Arbeit ist dann der Beleg dafür, dass die Person, die sie verfasst hat, nun
tatsächlich wissenschaftlich forschen kann.

Für den normalen Arzt sollte der Masterabschluss (der soweit ich weiss
"med.pract." heisst) eigentlich das richtige sein.

Gruss

Roman°
Patrick Kormann
2013-03-28 22:10:02 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Hast du richtig verstanden. Mörgeli hat sowohl Dissertationen zum Dr.med.
und zum Dr.phil. betreut. Die Anforderungen für einen Dr.med. waren schon
immer wesentlich tiefer. Meiner Meinung nach ist das System mit den
"Dr.med."-Titeln nicht besonders sinnvoll, da daraus nicht erkennbar ist, ob
jemand tatsächlich eine längere wissenschaftliche Arbeit geleistet hat oder
ob es sich um eine reine Fleissarbeit handelt.
Mal ehrlich: Wieviele % der Dissertationen sind denn wirklich sinnvolle
wissenschaftliche Arbeit und nicht nur 'Fleissarbeit' (was nicht heissen
muss, dass man keinen grossen Aufwand hat, aber 'wissenschaftlicher
Durchbruch in einer Doktorarbeit'? ;) )
Roman Racine
2013-03-28 23:25:02 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Kormann
Post by Roman Racine
Hast du richtig verstanden. Mörgeli hat sowohl Dissertationen zum Dr.med.
und zum Dr.phil. betreut. Die Anforderungen für einen Dr.med. waren schon
immer wesentlich tiefer. Meiner Meinung nach ist das System mit den
"Dr.med."-Titeln nicht besonders sinnvoll, da daraus nicht erkennbar ist,
ob jemand tatsächlich eine längere wissenschaftliche Arbeit geleistet hat
oder ob es sich um eine reine Fleissarbeit handelt.
Mal ehrlich: Wieviele % der Dissertationen sind denn wirklich sinnvolle
wissenschaftliche Arbeit und nicht nur 'Fleissarbeit' (was nicht heissen
muss, dass man keinen grossen Aufwand hat, aber 'wissenschaftlicher
Durchbruch in einer Doktorarbeit'? ;) )
Ein "wissenschaftlicher Durchbruch" und "wissenschaftliche Arbeit" sind zwei
verschiedene Dinge. Es geht ja nicht darum, den nächsten Nobelpreis zu
holen, sondern darum, sich das Rüstzeug für wissenschaftliche Arbeit im
generellen anzueignen.

Ich vermute, dass der Prozentsatz der inhaltlich nicht banalen Arbeiten
stark von der Fachrichtung abhängig ist. Bei Medizin dürfte er relativ tief
sein. Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte es viel weniger Mediziner mit
Doktortitel geben, diese sollten dafür dann aber auch eine Arbeit mit
Tiefgang gemacht haben und nachher eine wissenschaftliche Karriere
anstreben. Wenn jeder angehende Arzt einfach noch dreiviertel Jahr absitzt,
nur weil er einen Titel braucht, kostet das nur Geld und bringt nichts.

Und generell halte ich es nicht für sinnvoll, Leute zu Wissenschaftlern
auszubilden, die eigentlich gar keine wissenschaftliche Karriere anstreben
wollen.

Auch wenn die Anforderungen für einen Dr.med. generell im Vergleich zu
anderen Studienrichtungen aussergewöhnlich tief sind, wäre es meiner Meinung
nach schon ein bisschen gar wenig, wenn es ausreichen würde, eine
deutschsprachige Arbeit aus dem späten Mittelalter in modernes Deutsch zu
übersetzen und abzuschreiben. Wenn es nicht nur Mörgelis Meinung ist, dass
das als wissenschaftliche Arbeit durchgeht, sondern generell so gehandhabt
wird, sollte man dringend hinterfragen, ob man das dafür verwendete Geld
nicht sinnvoller einsetzen kann.

Für jemanden mit den entsprechenden Sprachkenntnissen ist das wirklich nur
noch Fleissarbeit, ansonsten müsste ja beispielsweise jeder Übersetzer, der
berufsmässig fremdsprachige Texte auf deutsch übersetzt, mit Doktortiteln
überhäuft werden.

Gruss

Roman°
Patrick Kormann
2013-03-29 08:05:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Ein "wissenschaftlicher Durchbruch" und "wissenschaftliche Arbeit" sind zwei
verschiedene Dinge. Es geht ja nicht darum, den nächsten Nobelpreis zu
holen, sondern darum, sich das Rüstzeug für wissenschaftliche Arbeit im
generellen anzueignen.
Naja, das Rüstzeug sollte man sich eigentlich vorher aneignen...
Post by Roman Racine
sein. Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte es viel weniger Mediziner mit
Doktortitel geben, diese sollten dafür dann aber auch eine Arbeit mit
Tja, die Diskussion kam schon oft auf, ich denke die Meinung ist relativ
verbreitet, dass ein Arzt Dr. med. sein muss.
Post by Roman Racine
Und generell halte ich es nicht für sinnvoll, Leute zu Wissenschaftlern
auszubilden, die eigentlich gar keine wissenschaftliche Karriere anstreben
wollen.
Tja, wenn man sieht was in letzter Zeit in DE so passiert ist... Für
mich ist ein Dr. Titel wirklich nur in einem sehr engen Berufsfeld
sinnvoll (bei Naturwissenschaften z.B. Forschung- und Lehre). Wozu nun
irgend ein Minister nen Doktortitel braucht... Aber anscheinend braucht
er ihn so dringend, dass er ihn im Zweifelsfall erschleichen muss...
Post by Roman Racine
Für jemanden mit den entsprechenden Sprachkenntnissen ist das wirklich nur
noch Fleissarbeit, ansonsten müsste ja beispielsweise jeder Übersetzer, der
berufsmässig fremdsprachige Texte auf deutsch übersetzt, mit Doktortiteln
überhäuft werden.
Naja, mehr als einer wird's da ja selten werden ;) ...
Mir scheint, im Fall Mörgeli (ob er dann der Einzige ist...) sieht es
schon nach klassischem win-win aus (man könnte es auch weniger
wertneutral sagen ;) ) - du willst nen Dr. Titel, ich brauch nen Deppen
der mir das Buch da lesbar erfasst... Finden wir uns?
Felix Rauch
2013-03-29 13:45:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Ein "wissenschaftlicher Durchbruch" und "wissenschaftliche Arbeit" sind zwei
verschiedene Dinge. Es geht ja nicht darum, den n??chsten Nobelpreis zu
holen, sondern darum, sich das R??stzeug f??r wissenschaftliche Arbeit im
generellen anzueignen.
Naja, das R??stzeug sollte man sich eigentlich vorher aneignen...
Kommt drauf an, was du mit Ruestzeug meinst. Ein Doktortitel ist eigentlich
ein Faehigkeitsausweis fuer Wissenschaftler. In anderen Worten: Wer einen
Doktortitel hat, ist eigentlich faehig, selbststaendig Forschung zu
betreiben.
Post by Roman Racine
sein. Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte es viel weniger Mediziner mit
Doktortitel geben, diese sollten daf??r dann aber auch eine Arbeit mit
Tja, die Diskussion kam schon oft auf, ich denke die Meinung ist relativ
verbreitet, dass ein Arzt Dr. med. sein muss.
Stimmt schon, ein Arzt ohne Dr. med. kaeme vielen merkwuerdig vor.
Allerdings macht ein gewoehnlicher Arzt eben keine Forschung und
braucht somit eigentlich keinen Dr.
Post by Roman Racine
Und generell halte ich es nicht f??r sinnvoll, Leute zu Wissenschaftlern
auszubilden, die eigentlich gar keine wissenschaftliche Karriere anstreben
wollen.
Tja, wenn man sieht was in letzter Zeit in DE so passiert ist... F??r
mich ist ein Dr. Titel wirklich nur in einem sehr engen Berufsfeld
sinnvoll (bei Naturwissenschaften z.B. Forschung- und Lehre). Wozu nun
irgend ein Minister nen Doktortitel braucht... Aber anscheinend braucht
er ihn so dringend, dass er ihn im Zweifelsfall erschleichen muss...
Wer eine Doktorarbeit geschrieben hat, hat gezeigt, dass er sich vertieft
mit einem Thema auseinandersetzen kann und auch den Durchhaltewillen hat,
so ein Werk zu Ende zu bringen. Das kann bei bei Ministern sinnvoll sein,
z.B. bei einem Justizminister. So ein Titel muesste aber eigentlich
nicht zwingende Voraussetzung sein.

- Felix
--
Felix Rauch, http://www.trash.net/~xilef/
This article contains my personal view only! Use of my addresses for marketing
purposes is hereby strictly prohibited according to applicable laws.
Patrick Kormann
2013-03-30 22:25:02 UTC
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Raw Message
Post by Felix Rauch
Kommt drauf an, was du mit Ruestzeug meinst. Ein Doktortitel ist eigentlich
ein Faehigkeitsausweis fuer Wissenschaftler. In anderen Worten: Wer einen
Doktortitel hat, ist eigentlich faehig, selbststaendig Forschung zu
betreiben.
Naja ich dachte das lernt man schon vorher. Und naja, ich bin eigentlich
der Meinung eine Doktorarbeit sei eher was ziemlich formales. Aber gut,
es kommt darauf an um welche Forschung es geht.
Da gibt es auch formale...
Post by Felix Rauch
Stimmt schon, ein Arzt ohne Dr. med. kaeme vielen merkwuerdig vor.
Allerdings macht ein gewoehnlicher Arzt eben keine Forschung und
braucht somit eigentlich keinen Dr.
Ja
Post by Felix Rauch
Wer eine Doktorarbeit geschrieben hat, hat gezeigt, dass er sich vertieft
mit einem Thema auseinandersetzen kann und auch den Durchhaltewillen hat,
so ein Werk zu Ende zu bringen. Das kann bei bei Ministern sinnvoll sein,
z.B. bei einem Justizminister. So ein Titel muesste aber eigentlich
nicht zwingende Voraussetzung sein.
Eben, die machen zumindest auch keine Forschung.
Roman Racine
2013-04-02 04:55:01 UTC
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Raw Message
Post by Felix Rauch
Post by Patrick Kormann
Tja, die Diskussion kam schon oft auf, ich denke die Meinung ist relativ
verbreitet, dass ein Arzt Dr. med. sein muss.
Stimmt schon, ein Arzt ohne Dr. med. kaeme vielen merkwuerdig vor.
Allerdings macht ein gewoehnlicher Arzt eben keine Forschung und
braucht somit eigentlich keinen Dr.
Ärzte ohne Dr.med. arbeiten meistens in Spitälern. Wer eine eigene Praxis
hat, ist nach meiner Erfahrung praktisch immer Dr.med.
Post by Felix Rauch
Post by Patrick Kormann
Post by Roman Racine
Und generell halte ich es nicht f??r sinnvoll, Leute zu
Wissenschaftlern auszubilden, die eigentlich gar keine
wissenschaftliche Karriere anstreben wollen.
Tja, wenn man sieht was in letzter Zeit in DE so passiert ist... F??r
mich ist ein Dr. Titel wirklich nur in einem sehr engen Berufsfeld
sinnvoll (bei Naturwissenschaften z.B. Forschung- und Lehre). Wozu nun
irgend ein Minister nen Doktortitel braucht... Aber anscheinend braucht
er ihn so dringend, dass er ihn im Zweifelsfall erschleichen muss...
Wer eine Doktorarbeit geschrieben hat, hat gezeigt, dass er sich vertieft
mit einem Thema auseinandersetzen kann und auch den Durchhaltewillen hat,
so ein Werk zu Ende zu bringen. Das kann bei bei Ministern sinnvoll sein,
z.B. bei einem Justizminister. So ein Titel muesste aber eigentlich
nicht zwingende Voraussetzung sein.
Ich würde sagen, Minister bräuchten primär Fähigkeiten im Bereich
Personalführung. Die Spezialisten müssten die sein, die dann in den
Ministerien angestellt sind und die Detailarbeit machen.

Gruss

Roman°
Martin Heggli
2013-04-02 08:10:02 UTC
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Raw Message
Post by Felix Rauch
Kommt drauf an, was du mit Ruestzeug meinst. Ein Doktortitel ist eigentlich
ein Faehigkeitsausweis fuer Wissenschaftler. In anderen Worten: Wer einen
Doktortitel hat, ist eigentlich faehig, selbststaendig Forschung zu
betreiben.
Was will ein Doktor med. wie wir ihn kennen, denn forschen? Als Hausarzt
wird
hat er bestimmt andere Sorgen...
--
Gruss, Martin

mahe at gmx dot net

"God gave us helium for diving, but the Devil replaced it with nitrogen."
Felix Rauch
2013-04-02 16:05:02 UTC
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Raw Message
Post by Martin Heggli
Post by Felix Rauch
Kommt drauf an, was du mit Ruestzeug meinst. Ein Doktortitel ist eigentlich
ein Faehigkeitsausweis fuer Wissenschaftler. In anderen Worten: Wer einen
Doktortitel hat, ist eigentlich faehig, selbststaendig Forschung zu
betreiben.
Was will ein Doktor med. wie wir ihn kennen, denn forschen? Als Hausarzt
wird
hat er bestimmt andere Sorgen...
Das ist ja eben das Problem mit dem Dr. med., das andernorts in diesem
Thread auch diskutiert wird: Ein Dr. med. ist mehr oder weniger eine
"Entschaedigung" fuer ein extra-langes und hartes Studium, und somit
etwas ein Sonderfall unter den Doktortiteln.

- Felix
--
Felix Rauch, http://www.trash.net/~xilef/
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Martin Heggli
2013-04-03 09:50:02 UTC
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Raw Message
Post by Felix Rauch
Das ist ja eben das Problem mit dem Dr. med., das andernorts in diesem
Thread auch diskutiert wird: Ein Dr. med. ist mehr oder weniger eine
"Entschaedigung" fuer ein extra-langes und hartes Studium, und somit
etwas ein Sonderfall unter den Doktortiteln.
Gut. In dem Fall ist auch davon auszugehen, dass die Studenten wissen, wo
sie ohne grossen Aufwand am einfachsten zu ihrem Doktortitel kommen. Sowas
spricht sich bestimmt im Laufe der Jahre herum. Also ist weiter davon auszu-
gehen, dass sich in erster Linie die Faulsten unter den Säcken bei Mörgeli
gemeldet und von den Umständen entsprechend profitiert haben... Sollte dem
nicht so sein - stellt sich unweigerlich die Frage ob es denn weitere
"Orte mit
dem Weg des geringsten Widerstandes" gibt und Mörgeli kein Einzelfall ist.

Konsequenterweise müsste man also _sämtliche_ Doktorarbeiten der letzten
Jahre der med. untersuchen und _dann_ die entsprechenden Schlüsse ziehen.
Ansonsten bleibt es was es ist: Ein Politikum.
--
Gruss, Martin

mahe at gmx dot net

"God gave us helium for diving, but the Devil replaced it with nitrogen."
Flux
2013-04-06 21:45:02 UTC
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Raw Message
Post by Martin Heggli
Konsequenterweise müsste man also _sämtliche_ Doktorarbeiten der letzten
Jahre der med. untersuchen und _dann_ die entsprechenden Schlüsse ziehen.
Ansonsten bleibt es was es ist: Ein Politikum.
Machen Doktorarbeiten jemanden zu einem besseren Forscher?
Doktorarbeiten sind eigentlich Zettel, die man braucht, wenn man an
einer Uni forschen und lehren will. Ob es die Zettel wirklich bräuchte?
Und einmal las ich in der Zeitung, von Chemikern wird von der Wirtschaft
der DoktorGRAD erwartet (es ist kein Titel). Aber auch ausserhalb der
Universitäten ist die Frage, ob jemand ein besserer Chemiker ist, wenn
er den Grad hat.

Grüsse
Flux
Felix Rauch
2013-04-08 05:50:01 UTC
Permalink
Raw Message
Flux <wo-sind-all-die-usenet-spammer-***@kommespaeter.de> wrote:
[...]
Post by Flux
Machen Doktorarbeiten jemanden zu einem besseren Forscher?
Nicht unbedingt, aber im allgemeinen ist die Forschungsarbeit, die zu
einer Doktorarbeit fuehrt, im wesentlichen eine "Forscher-Lehre". In
der Doktorarbeit schreibt man das ganze dann auf (inkl. allem was
dazu gehoert, wie Referenzen, Vergleiche, Analysen, etc.).
Post by Flux
Doktorarbeiten sind eigentlich Zettel, die man braucht, wenn man an
einer Uni forschen und lehren will. Ob es die Zettel wirklich br?uchte?
Doktorarbeiten sind keine "Zettel".

- Felix
--
Felix Rauch, http://www.trash.net/~xilef/
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Roman Racine
2013-04-08 09:15:01 UTC
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Raw Message
Post by Flux
Post by Martin Heggli
Konsequenterweise müsste man also _sämtliche_ Doktorarbeiten der letzten
Jahre der med. untersuchen und _dann_ die entsprechenden Schlüsse ziehen.
Ansonsten bleibt es was es ist: Ein Politikum.
Machen Doktorarbeiten jemanden zu einem besseren Forscher?
Doktorarbeiten sind eigentlich Zettel, die man braucht, wenn man an
einer Uni forschen und lehren will.
Doktorarbeiten sind nicht Zettel, sondern je nach Disziplin ziemlich
umfangreiche Arbeiten, die der Doktorand selbständig verfasst haben sollte
und einen eigenständigen, neuartigen Beitrag zur Forschung leisten sollten.
(In Klammern: Es ist offensichtlich, dass diese Bedingungen durch
Abschreiben mittelalterlicher Texte nicht erfüllt werden, bzw.
"Transkription", wie Mörgeli das schön nennt, was nichts anderes als ein aus
dem lateinischen abgeleitetes Synonym für "Abschreiben" ist.)

Wenn man an einer Uni forschen und lehren will, sollte man m.E. schon den
Nachweis erbracht haben, dass man das grundsätzlich kann.
Post by Flux
Ob es die Zettel wirklich bräuchte?
Und einmal las ich in der Zeitung, von Chemikern wird von der Wirtschaft
der DoktorGRAD erwartet (es ist kein Titel). Aber auch ausserhalb der
Universitäten ist die Frage, ob jemand ein besserer Chemiker ist, wenn
er den Grad hat.
In der Schweiz sind das durchaus Titel. Wenigstens steht es so in allen
rechtsetzenden Texten, welche die von den vom Bund geführten Hochschulen
verliehenen Doktortitel betreffen.

Von Chemikern in der Wirtschaft werden vermutlich auch forschungsnahe
Tätigkeiten erwartet. Ich gehe davon aus, dass in der Privatwirtschaft
grundsätzlich dann Leute mit Doktortitel gesucht werden, wenn man dort der
Ansicht ist, dass ihre zusätzliche Ausbildung, die sie mitbringen, für den
entsprechenden Beruf relevant ist.

Das hängt von der Branche ab, Informatiker haben z.B. relativ selten einen
Doktortitel, in anderen Branchen ist er weiter verbreitet. Informatiker
arbeiten aber auch relativ selten in forschungsnahen Bereichen.

Gruss

Roman°
Flux
2013-04-15 20:45:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Roman Racine
Post by Flux
Post by Martin Heggli
Konsequenterweise müsste man also _sämtliche_ Doktorarbeiten der letzten
Jahre der med. untersuchen und _dann_ die entsprechenden Schlüsse ziehen.
Ansonsten bleibt es was es ist: Ein Politikum.
Machen Doktorarbeiten jemanden zu einem besseren Forscher?
Doktorarbeiten sind eigentlich Zettel, die man braucht, wenn man an
einer Uni forschen und lehren will.
Doktorarbeiten sind nicht Zettel, sondern je nach Disziplin ziemlich
umfangreiche Arbeiten, die der Doktorand selbständig verfasst haben sollte
und einen eigenständigen, neuartigen Beitrag zur Forschung leisten sollten.
Ich meine die Bescheinigung, nicht die Arbeit. Die Bescheinigung ist ein
Zettel.
Post by Roman Racine
Wenn man an einer Uni forschen und lehren will, sollte man m.E. schon den
Nachweis erbracht haben, dass man das grundsätzlich kann.
Meine Frage ist, ob eine kleinere Arbeit nicht ausreichen würde, um das
Formelle zu lernen und ob es für die Fähigkeit zu forschen überhaupt
eine Rolle spielt, ob du eine Doktorarbeit schreibst oder nicht.
Post by Roman Racine
In der Schweiz sind das durchaus Titel. Wenigstens steht es so in allen
rechtsetzenden Texten, welche die von den vom Bund geführten Hochschulen
verliehenen Doktortitel betreffen.
Ich dachte, es wären auch in der Schweiz Grade wie im Englischen, wo es
"doctor's degree" heisst.

Grüsse
Flux
Walter Schmid
2013-04-16 06:20:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Flux
Ich meine die Bescheinigung, nicht die Arbeit. Die Bescheinigung ist ein
Zettel.
und du gehst mit einer Einkaufsurkunde zum MIGROS...

SCNR

Roman Racine
2013-03-30 12:50:02 UTC
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Raw Message
Post by Patrick Kormann
Post by Roman Racine
Ein "wissenschaftlicher Durchbruch" und "wissenschaftliche Arbeit" sind
zwei verschiedene Dinge. Es geht ja nicht darum, den nächsten Nobelpreis
zu holen, sondern darum, sich das Rüstzeug für wissenschaftliche Arbeit
im generellen anzueignen.
Naja, das Rüstzeug sollte man sich eigentlich vorher aneignen...
Post by Roman Racine
sein. Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte es viel weniger Mediziner
mit Doktortitel geben, diese sollten dafür dann aber auch eine Arbeit mit
Tja, die Diskussion kam schon oft auf, ich denke die Meinung ist relativ
verbreitet, dass ein Arzt Dr. med. sein muss.
Naja, weil sie irgendwann früher mal den "Dr.med."-Titel im Gegensatz zu
"echten" Doktortiteln mit höheren Anforderungen erfunden haben, muss ihn nun
jeder haben. In Österreich haben sie das Problem so gelöst, dass der normale
Diplomabschluss in Medizin "Dr.med." genannt wird. So haben die Ärzte ihren
Titel und dem Staat entstehen keine Kosten, weil Mediziner nach dem Studium
nicht noch ein Dreivierteljahr absitzen müssen, obschon sie schon so
ausgebildet wären, dass sie sofort eine Stelle antreten könnten.
Post by Patrick Kormann
Post by Roman Racine
Und generell halte ich es nicht für sinnvoll, Leute zu Wissenschaftlern
auszubilden, die eigentlich gar keine wissenschaftliche Karriere
anstreben wollen.
Tja, wenn man sieht was in letzter Zeit in DE so passiert ist... Für
mich ist ein Dr. Titel wirklich nur in einem sehr engen Berufsfeld
sinnvoll (bei Naturwissenschaften z.B. Forschung- und Lehre). Wozu nun
irgend ein Minister nen Doktortitel braucht... Aber anscheinend braucht
er ihn so dringend, dass er ihn im Zweifelsfall erschleichen muss...
Für mich ist es auch nicht einsichtig. Vor allem verstehe ich nicht, wieso
der Staat Leute zu Spezialisten auf einem sehr engen Feld ausbildet, die
eigentlich schon zum Vornherein nur den Titel wollen, nicht die Ausbildung
zum Wissenschaftler. Da sind die Briten weiter. Dort kriegen Politiker und
Spitzenleute aus der Wirtschaft und Kultur einfach irgendwelche Orden und
Ehrentitel, die wenigsten Politiker haben dort ein Doktorat, dafür sind die
wichtigsten Politiker der Regierung und der Opposition allesamt im Kronrat
und können sich entsprechend mit "the right honourable" ("der/die sehr
ehrenwerte") ansprechen lassen.
Post by Patrick Kormann
Naja, mehr als einer wird's da ja selten werden ;) ...
Mir scheint, im Fall Mörgeli (ob er dann der Einzige ist...) sieht es
schon nach klassischem win-win aus (man könnte es auch weniger
wertneutral sagen ;) ) - du willst nen Dr. Titel, ich brauch nen Deppen
der mir das Buch da lesbar erfasst... Finden wir uns?
Vermutlich ist es für ihn auch leichter, Dr.-Titel rauszugeben, als ein
Budget für einen professionellen Übersetzer genehmigt zu kriegen. Global
gesehen wäre es allerdings noch besser, fertig ausgebildete Ärzte, mit für
Ärzte geeigneter Arbeit auszulasten, anstatt sie Texte abschreiben zu
lassen.

Gruss

Roman°
Patrick Kormann
2013-03-30 21:00:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Roman Racine
Naja, weil sie irgendwann früher mal den "Dr.med."-Titel im Gegensatz zu
"echten" Doktortiteln mit höheren Anforderungen erfunden haben, muss ihn nun
jeder haben. In Österreich haben sie das Problem so gelöst, dass der normale
Diplomabschluss in Medizin "Dr.med." genannt wird. So haben die Ärzte ihren
Titel und dem Staat entstehen keine Kosten, weil Mediziner nach dem Studium
nicht noch ein Dreivierteljahr absitzen müssen, obschon sie schon so
ausgebildet wären, dass sie sofort eine Stelle antreten könnten.
Ja, kleint vernünftig. Wenn allerdings ob irgendwelchen Praxen-Quoten
oder anderer Vorschriften das dann eh nicht geht, spielt's auch wieder
keine Rolle. Was ich ja eine *Schande* finde ist, was teilweise von
Assistenzärzten in Spitälern verlangt wird. DAS darf doch einfach nicht
sein. Die Kassiererin darf nicht mehr so so und so viele Stunden
arbeiten, aber ein Arzt oder gar Chirurg ist teilweise ne Woche mehr
oder weniger auf den Beinen.
Post by Roman Racine
Für mich ist es auch nicht einsichtig. Vor allem verstehe ich nicht, wieso
der Staat Leute zu Spezialisten auf einem sehr engen Feld ausbildet, die
eigentlich schon zum Vornherein nur den Titel wollen, nicht die Ausbildung
zum Wissenschaftler. Da sind die Briten weiter. Dort kriegen Politiker und
Spitzenleute aus der Wirtschaft und Kultur einfach irgendwelche Orden und
Ehrentitel, die wenigsten Politiker haben dort ein Doktorat, dafür sind die
wichtigsten Politiker der Regierung und der Opposition allesamt im Kronrat
und können sich entsprechend mit "the right honourable" ("der/die sehr
ehrenwerte") ansprechen lassen.
Oder man bietet ein entsprechendes Politikstudium an...
Post by Roman Racine
Vermutlich ist es für ihn auch leichter, Dr.-Titel rauszugeben, als ein
Budget für einen professionellen Übersetzer genehmigt zu kriegen. Global
gesehen wäre es allerdings noch besser, fertig ausgebildete Ärzte, mit für
Ärzte geeigneter Arbeit auszulasten, anstatt sie Texte abschreiben zu
lassen.
Siehe oben. Wenn diese Ärzte dann nicht irgendwelche Handlangerarbeiten
in einem Spital machen müssen oder ähnliches. Ansonsten wäre es schon so.
Martin Heggli
2013-04-02 08:10:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Walter Schmid
Habe ich das richtig verstanden: Die von Mörgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakultät - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. Mörgeli vergibt einen
"Dr. med." für eine Uebersetzungsarbeit?
Mörgeli hat gar nichts vergeben. Dazu ist/war er gar nicht berechtigt.
--
Gruss, Martin

mahe at gmx dot net

"God gave us helium for diving, but the Devil replaced it with nitrogen."
Felix Rauch
2013-04-02 16:05:01 UTC
Permalink
Raw Message
Habe ich das richtig verstanden: Die von M?rgeli vergebenen
Doktortitel sind von der /medizinischen/ Fakult?t - und nicht von
der Phil I? Professor Dr. phil. M?rgeli vergibt einen
"Dr. med." f?r eine Uebersetzungsarbeit?
M?rgeli hat gar nichts vergeben. Dazu ist/war er gar nicht berechtigt.
Natuerlich nicht direkt, aber er hat wohl Doktoranden betreut und
Empfehlungen zur Annahme ihrer Doktorarbeit geschrieben. Oder in
anderen Worten: Ihre Arbeit abgesegnet.

- Felix
--
Felix Rauch, http://www.trash.net/~xilef/
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