Discussion:
Verstaatlichung des Nachwuchses
(zu alt für eine Antwort)
1X2Willows
2013-02-13 13:00:02 UTC
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Raw Message
Es kann doch nicht angehen, dass Eltern ihre Knirpse irgendwo beim
Staat abgeben waehrend sie bis spaet abends an der Arbeit sind und
dann verlangen, dass ihnen dort auch noch Tischmanieren
beigebracht werden und all das andere Zeugs, wofuer eine
funktionierende Familie da sein sollte.
Gebe ich dir zwar recht, blos hat das nicht mehr sehr viel mit der
Sexualkunde an Schulen zu tun.
Heh... scho no luschtig.
Als ich das oben geschrieben hab, war mir die Abstimmung vom 3.Maerz
noch nicht einmal bekannt. Zufaelle gibt's...

Item, da sind wir eben komplett verschiedener Meinung aber es ist
schoen, mit jemandem eine gediegene und hoefliche Diskussion darueber
fuehren zu duerfen.

Wenn es Pflicht der Eltern ist, ihrem Sonnenschein beizubringen wie man
sich die Haende waescht, die Haare kaemmt und die Zaehne putzt (und hier
sind wir uns hoffentlich einig), dann ist es kein Riesenschritt,
dieselbe Liebe und Sorgfalt auch zu verlangen, wenn es um den Inhalt der
Unterhose geht - mit allem was dazugehoert.
Und du kannst auch niemanden daran hindern Kinder zu kriegen obwohl
er aus deiner Sicht nicht fähig dazu ist sie "ordentlich"
aufzuziehen
Ein Staat, der fuer sich das Recht in Anspruch nimmt, allein zu
bestimmen wie man ein Sammelsurium von Kultur-Sproesslingen mit
Norm-Lektionen ueber einen Kamm schert und so anstelle der eigenen
Eltern zu "ordentlichen" Buergern macht, ist IMHO noch viel
gefaehrlicher fuer die Gesellschaft, als eine Handvoll kompletter
Versager von Eltern auf 100.
(Du willst ja nicht mal dass ihnen der Staat vermittelt wie sie
Kinder zuverlässig verhüten können).
Schlussendlich eine Huhn oder Ei - Frage.

Es gibt Kulturen und Ethnien, denen ist das nicht nur wurscht sondern
die freuen sich darueber, wenn ihre 14-jaehrige ein Grosskind liefert.
Zumindest in einer Gesellschaft wie der unseren, wo die Kosten fuer Kind
und Kindesmutter nicht selbst getragen werden muessen.
Roman Racine
2013-02-13 14:50:01 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Wenn es Pflicht der Eltern ist, ihrem Sonnenschein beizubringen wie man
sich die Haende waescht, die Haare kaemmt und die Zaehne putzt (und hier
sind wir uns hoffentlich einig), dann ist es kein Riesenschritt,
dieselbe Liebe und Sorgfalt auch zu verlangen, wenn es um den Inhalt der
Unterhose geht - mit allem was dazugehoert.
Auf jeden Fall sind diejenigen, die eine Pflicht postulieren, rund um die
Uhr selbst auf seinen Nachwuchs aufzupassen und ihn nicht zeitweise extern
betreuen zu lassen, nicht bereit, handkehrum dann auch dafür zu sorgen, dass
das erstens finanziell geht und dass Elternteile, die ihre Kinder betreuen,
später auch wieder Anschluss im Berufsleben finden.

Wenn FDP-Mütter sich gegen Fremdbetreuung äussern, die selbst beruflich
keinen Finger krumm machen müssen, weil ihr Mann zuverlässig jeden Monat
15'000 CHF nach Hause bringt, ist das so wie Königin Marie-Antoinette, die
ihren Untertanen sagt, dass sie Kuchen essen sollen, anstatt darüber zu
jammern, dass kein Brot da sei.

Ich streiche übrigens aus diesem Grund auf Wahllisten alle diejenigen, die
"Hausfrau", "Familienmanagerin" u.ä. als Beruf angegeben haben, soweit sie
auf Listen meiner bevorzugten Parteien überhaupt vorkommen. (Daneben
streiche ich auch noch Juristen und Bauern, in Parlamenten gibt's von ihnen
sowieso schon zuviel.)

Was Sekualkundeunterricht betrifft, hat der Staat in der Schweiz die Anzahl
Teenagerschwangerschaften um den Faktor fünf gesenkt und die Verbreitung von
Geschlechtskrankheiten massiv eingedämmt. Etwas, das "Eigenverantwortung der
Eltern" und "Aufklärung durch den Pfarrer" jahrzehntelang nicht geschafft
haben.

Gruss

Roman°
Martin Heggli
2013-02-13 15:25:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Was Sekualkundeunterricht betrifft, hat der Staat in der Schweiz die Anzahl
Teenagerschwangerschaften um den Faktor fünf gesenkt und die Verbreitung von
Geschlechtskrankheiten massiv eingedämmt.
Demgegenüber steht aber eine gestiegene Aids-Rate unter Homosexuellen...
Haben die keine Schule besucht? Oder nicht aufgepasst?
--
Gruss, Martin

mahe at gmx dot net

"God gave us helium for diving, but the Devil replaced it with nitrogen."
Roman Racine
2013-02-13 17:15:01 UTC
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Raw Message
Post by Martin Heggli
Post by Roman Racine
Was Sekualkundeunterricht betrifft, hat der Staat in der Schweiz die
Anzahl Teenagerschwangerschaften um den Faktor fünf gesenkt und die
Verbreitung von Geschlechtskrankheiten massiv eingedämmt.
Demgegenüber steht aber eine gestiegene Aids-Rate unter Homosexuellen...
Haben die keine Schule besucht? Oder nicht aufgepasst?
Ist es so, dass die Aids-Rate unter Homosexuellen seit Einführung des
Sexualkundeunterrichts gestiegen ist? Nach den Zahlen, die ich gesehen habe,
war die Ansteckungsrate jahrelang rückläufig, vor einigen Jahren hat ein
gegenläufiger Trend eingesetzt.

Der Grund dafür dürfte sein, dass HIV einen Teil seines Schreckens verloren
hat, seit es Medikamente gibt, mit denen die Auswirkungen einer Ansteckung
im Zaum gehalten werden können.

Und ein zweiter Grund dürfte auch sein, dass Leute mit einer HIV-Infektion
heute wegen dieser medizinischen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr nach
wenigen Jahren sterben, sondern trotzdem eine beträchtliche Lebenserwartung
haben. Allein schon das führt dazu, dass es mehr Leute gibt, die mit HIV
infiziert sind und gleichzeitig das Risiko steigt, dass sie mit
unverantwortlichem Verhalten weitere Leute anstecken.

Gruss

Roman°
1X2Willows
2013-02-13 15:35:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Wenn es Pflicht der Eltern ist, ihrem Sonnenschein beizubringen wie
man sich die Haende waescht, die Haare kaemmt und die Zaehne putzt
(und hier sind wir uns hoffentlich einig), dann ist es kein
Riesenschritt, dieselbe Liebe und Sorgfalt auch zu verlangen, wenn
es um den Inhalt der Unterhose geht - mit allem was dazugehoert.
Auf jeden Fall sind diejenigen, die eine Pflicht postulieren, rund um
die Uhr selbst auf seinen Nachwuchs aufzupassen und ihn nicht
zeitweise extern betreuen zu lassen, nicht bereit, handkehrum dann
auch dafür zu sorgen, dass das erstens finanziell geht und dass
Elternteile, die ihre Kinder betreuen, später auch wieder Anschluss
im Berufsleben finden.
Schluesselwort: "zeitweise"; das toent so harmlos nach ein paar Stunden
pro Tag. Im Maerz stimmen wir aber ueber "ganztags, vollzeitlich,
ausschliesslich" ab. Und zahlen soll... na wer wohl.
Post by Roman Racine
Wenn FDP-Mütter sich gegen Fremdbetreuung äussern, die selbst
beruflich keinen Finger krumm machen müssen, weil ihr Mann
zuverlässig jeden Monat 15'000 CHF nach Hause bringt, ist das so wie
Königin Marie-Antoinette, die ihren Untertanen sagt, dass sie Kuchen
essen sollen, anstatt darüber zu jammern, dass kein Brot da sei.
:-) - uebrigens urban legend [1] aber lassen wir das

Ja selbstverstaendlich ist das nicht fair. Komisch nur, dass sich vor 50
Jahren noch jeder Buezer eine Frau leisten konnte, die nicht arbeiten
musste wenn man sich schon entschieden hat, Kinder auf die Welt zu
stellen. Heute sehen wir eben, dass der mit dem "wir muessen uns nicht
ent- oder weder entscheiden. Wir koennen ALLES haben!" eine Riesenluege
war. Oder der feuchte Traum irgendwelcher Restkommunisten.
Wahrscheinlich ja beides gleichzeitig.
Post by Roman Racine
Ich streiche übrigens aus diesem Grund auf Wahllisten alle
diejenigen, die "Hausfrau", "Familienmanagerin" u.ä. als Beruf
angegeben haben, soweit sie auf Listen meiner bevorzugten Parteien
überhaupt vorkommen. (Daneben streiche ich auch noch Juristen und
Bauern, in Parlamenten gibt's von ihnen sowieso schon zuviel.)
Find ich jetzt nicht schlecht - alles zusammen. Zweites stimmt sowieso
und wenn so eine 'Hausfrau' ihre verfuegbare Zeit dafuer in eine
politische Karriere steckt, dann macht's auch wieder keinen Unterschied.
Post by Roman Racine
Was Sekualkundeunterricht betrifft, hat der Staat in der Schweiz die
Anzahl Teenagerschwangerschaften um den Faktor fünf gesenkt
ja eben - lies bitte meinen letzten, dann sehen wir weiter.
Post by Roman Racine
und die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten massiv eingedämmt.
Etwas, das "Eigenverantwortung der Eltern" und "Aufklärung durch den
Pfarrer" jahrzehntelang nicht geschafft haben.
hmpf - das war glaub mehr AIDS als irgendein Staat...



[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Let_them_eat_cake
Peter Rohrer
2013-02-13 20:30:01 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Wenn es Pflicht der Eltern ist, ihrem Sonnenschein beizubringen wie
man sich die Haende waescht, die Haare kaemmt und die Zaehne putzt
(und hier sind wir uns hoffentlich einig), dann ist es kein
Riesenschritt, dieselbe Liebe und Sorgfalt auch zu verlangen, wenn
es um den Inhalt der Unterhose geht - mit allem was dazugehoert.
Auf jeden Fall sind diejenigen, die eine Pflicht postulieren, rund um
die Uhr selbst auf seinen Nachwuchs aufzupassen und ihn nicht
zeitweise extern betreuen zu lassen, nicht bereit, handkehrum dann
auch dafür zu sorgen, dass das erstens finanziell geht und dass
Elternteile, die ihre Kinder betreuen, später auch wieder Anschluss
im Berufsleben finden.
Schluesselwort: "zeitweise"; das toent so harmlos nach ein paar Stunden
pro Tag. Im Maerz stimmen wir aber ueber "ganztags, vollzeitlich,
ausschliesslich" ab. Und zahlen soll... na wer wohl.
Ich habe die Abstimmungsunterlagen zugegebenermassen noch nicht gelesen,
aber so weit ich informiert wird, steht nirgends dass der Staat plötzlich
DDR-Verhältnisse aufbauen muss, wo jedes Kind in der Krippe landet, damit
die Eltern beide 100% im VEB Kombinat Vermögensverwaltung und Schwarzgeld
arbeiten können (Nebenbei bemerkt sind die Ergebnisse der ehemaligen
DDR-Bundesländer in der PISA-Studie immer noch besser als in den "alten"
Bundesländern).
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Wenn FDP-Mütter sich gegen Fremdbetreuung äussern, die selbst
beruflich keinen Finger krumm machen müssen, weil ihr Mann
zuverlässig jeden Monat 15'000 CHF nach Hause bringt, ist das so wie
Königin Marie-Antoinette, die ihren Untertanen sagt, dass sie Kuchen
essen sollen, anstatt darüber zu jammern, dass kein Brot da sei.
:-) - uebrigens urban legend [1] aber lassen wir das
Ja selbstverstaendlich ist das nicht fair. Komisch nur, dass sich vor 5
0
Post by 1X2Willows
Jahren noch jeder Buezer eine Frau leisten konnte, die nicht arbeiten
musste wenn man sich schon entschieden hat, Kinder auf die Welt zu
stellen. Heute sehen wir eben, dass der mit dem "wir muessen uns nicht
ent- oder weder entscheiden. Wir koennen ALLES haben!" eine Riesenluege
war. Oder der feuchte Traum irgendwelcher Restkommunisten.
Wahrscheinlich ja beides gleichzeitig.
Ich glaube nicht dass das an der linken Politik liegt, den Steuern und
Abgaben sind nicht der Hauptgrund weshalb das heute schwierig ist. Daran
sind eher gestiegene Mieten und Versicherungsprämien schuld. Und schlechte
Löhne.
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Was Sekualkundeunterricht betrifft, hat der Staat in der Schweiz die
Anzahl Teenagerschwangerschaften um den Faktor fünf gesenkt
ja eben - lies bitte meinen letzten, dann sehen wir weiter.
Post by Roman Racine
und die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten massiv eingedämmt.
Etwas, das "Eigenverantwortung der Eltern" und "Aufklärung durch den
Pfarrer" jahrzehntelang nicht geschafft haben.
hmpf - das war glaub mehr AIDS als irgendein Staat...
Da wäre ich mal nicht so sicher ob das nur am AIDS lagt.
Und die Sexualaufkärung hat auch dazu beigetragen dass AIDS-Kranke nicht wie
Aussätzige behandelt werden. Das ist ja auch eine erwähnenswerte Leistung.

Gruss,
Peter
1X2Willows
2013-02-15 12:00:03 UTC
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Raw Message
Post by Peter Rohrer
Ich habe die Abstimmungsunterlagen zugegebenermassen noch nicht
gelesen, aber so weit ich informiert wird, steht nirgends dass der
Staat plötzlich DDR-Verhältnisse aufbauen muss, wo jedes Kind in der
Krippe landet, damit die Eltern beide 100% im VEB Kombinat
Vermögensverwaltung und Schwarzgeld arbeiten können
Ebenfalls noch nicht gelesen, aber 4-12 Mia. nach erster Schaetzung
fuer Phase I und der noch ehrlichere Kommentar der Experten: "...kann
derzeit nicht abgeschaetzt werden, wie teuer das kommt" (sinngemaess)
laesst jeden Buchhalter der sein Geld wert ist, in seinen Grundfesten
erschaudern.

- und das waer nur die erste Welle, wie vorher unter sanften
Veränderungen erwaehnt. Von Folgekosten und weiteren Schritten in
dieselbe Richtung noch keine Rede.
Post by Peter Rohrer
(Nebenbei bemerkt sind die Ergebnisse der ehemaligen
DDR-Bundesländer in der PISA-Studie immer noch besser als in den
"alten" Bundesländern).
Was nuetzen mir 35 arbeitslose Professoren in der unmittelbaren
Nachbarschaft, wenn ich nur eine Banane essen will? :-)
Post by Peter Rohrer
Heute sehen wir eben, dass der mit dem "wir muessen uns nicht ent-
oder weder entscheiden. Wir koennen ALLES haben!" eine Riesenluege
war. Oder der feuchte Traum irgendwelcher Restkommunisten.
Wahrscheinlich ja beides gleichzeitig.
Ich glaube nicht dass das an der linken Politik liegt, den Steuern
und Abgaben sind nicht der Hauptgrund weshalb das heute schwierig
ist. Daran sind eher gestiegene Mieten und Versicherungsprämien
schuld. Und schlechte Löhne.
Ich seh das holistischer, um noch so ein elendes Modewort zu bemuehen.
Der vielfach verarmte Adel von einst hat sich unterdessen mit dem Geld
der Emporkoemmlinge kaufen lassen und heut sind wir fast schon wieder
gleich weit wie damals zu feudalistischen Zeiten.

- nur dass die modernen Kaiser, Fuersten und Popen keine legitimen Titel
mehr besitzen, sondern Cash, nur Cash und ausschliesslich Cash. Und sie
verhalten sich auch dementsprechend poebelhaft. Von Noblesse oblige
keine Spur mehr.
Post by Peter Rohrer
Da wäre ich mal nicht so sicher ob das nur am AIDS lagt. Und die
Sexualaufkärung hat auch dazu beigetragen dass AIDS-Kranke nicht wie
Aussätzige behandelt werden. Das ist ja auch eine erwähnenswerte Leistung.
Sicher. Ich bin ja ueberhaupt nicht Anti-Aufklaerung sondern
Pro-Selbstverantwortung, wenn das gesagt werden muss.

- und doch, ich glaub schon, dass Ansteckungs- d.h. blutte Todesangst
den Hauptteil zu einer gewissen Wende beigetragen haben - und
Aufklaerung in einem weit verringerten Mass nur sekundaer.
Andreas Baumgartner
2013-02-15 13:20:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by 1X2Willows
Ich seh das holistischer, um noch so ein elendes Modewort zu bemuehen.
Der vielfach verarmte Adel von einst hat sich unterdessen mit dem Geld
der Emporkoemmlinge kaufen lassen und heut sind wir fast schon wieder
gleich weit wie damals zu feudalistischen Zeiten.
- nur dass die modernen Kaiser, Fuersten und Popen keine legitimen
Titel mehr besitzen, sondern Cash, nur Cash und ausschliesslich Cash.
Und sie verhalten sich auch dementsprechend poebelhaft. Von Noblesse
oblige keine Spur mehr.
Dass Geld stinkt ist ja auch nicht das Problem der Kapitalisten, denn
der Hund tanzt für jedes Geld.
--
Gruesse, Andreas Baumgartner
1X2Willows
2013-02-15 13:45:02 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Post by 1X2Willows
Ich seh das holistischer, um noch so ein elendes Modewort zu bemuehen.
Der vielfach verarmte Adel von einst hat sich unterdessen mit dem Geld
der Emporkoemmlinge kaufen lassen und heut sind wir fast schon wieder
gleich weit wie damals zu feudalistischen Zeiten.
- nur dass die modernen Kaiser, Fuersten und Popen keine legitimen
Titel mehr besitzen, sondern Cash, nur Cash und ausschliesslich Cash.
Und sie verhalten sich auch dementsprechend poebelhaft. Von Noblesse
oblige keine Spur mehr.
Dass Geld stinkt ist ja auch nicht das Problem der Kapitalisten, denn
der Hund tanzt für jedes Geld.
Unter der Aegide sozialistisch angehauchter Regierungen scheint es mir
vermehrt so, dass der Hund nicht nur tanzt sondern noch dankbar mit dem
Schwanz wedelt, sobald er den Knochen wieder hingeschmissen bekommt, der
ihm zuvor abgenommen wurde.

Ein gar grauslich dummer Hund...
Andreas Baumgartner
2013-02-15 21:20:02 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Unter der Aegide sozialistisch angehauchter Regierungen scheint es
mir vermehrt so, dass der Hund nicht nur tanzt sondern noch dankbar
mit dem Schwanz wedelt, sobald er den Knochen wieder hingeschmissen
bekommt, der ihm zuvor abgenommen wurde.
Ein gar grauslich dummer Hund...
Sozialistisch angehaucht ist noch blumig gesagt. Tragisch, dass wir
Hornochsen uns in diesem Hund allzuleicht wiedererkennen.
--
Gruesse, Andreas
1X2Willows
2013-02-17 13:15:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Post by 1X2Willows
Unter der Aegide sozialistisch angehauchter Regierungen scheint es
mir vermehrt so, dass der Hund nicht nur tanzt sondern noch dankbar
mit dem Schwanz wedelt, sobald er den Knochen wieder hingeschmissen
bekommt, der ihm zuvor abgenommen wurde.
Ein gar grauslich dummer Hund...
Sozialistisch angehaucht ist noch blumig gesagt. Tragisch, dass wir
Hornochsen uns in diesem Hund allzuleicht wiedererkennen.
Der durchschnittliche Hund hat begruendete Angst seine Existenz zu
verspielen, sobald er sich offen gegen die Diktatur kapitalistisch
sozialdemokratischer Normen zu wehren sucht. Job, Ruf, finanzielle
Sicherheit und ultimativ, vielleicht sogar Familie. Kein Wunder also
macht die Mehrheit von uns die Faust im Sack (und schreibt sich den
Frust auf Usenet vom Leib), statt auf die Strasse zu gehen und faule
Eier gegen Regierungsgebaeude und deren Insassen zu schmeissen.
Patrick Kormann
2013-02-15 19:15:02 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Ja selbstverstaendlich ist das nicht fair. Komisch nur, dass sich vor 50
Jahren noch jeder Buezer eine Frau leisten konnte, die nicht arbeiten
musste wenn man sich schon entschieden hat, Kinder auf die Welt zu
stellen. Heute sehen wir eben, dass der mit dem "wir muessen uns nicht
ent- oder weder entscheiden. Wir koennen ALLES haben!" eine Riesenluege
war. Oder der feuchte Traum irgendwelcher Restkommunisten.
Wahrscheinlich ja beides gleichzeitig.
Ist ja logisch - wenn sich doppelt so viele Arbeitskräfte auf den Markt
werfen, was passiert wohl?
Roman Racine
2013-02-15 21:25:02 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Wenn es Pflicht der Eltern ist, ihrem Sonnenschein beizubringen wie
man sich die Haende waescht, die Haare kaemmt und die Zaehne putzt
(und hier sind wir uns hoffentlich einig), dann ist es kein
Riesenschritt, dieselbe Liebe und Sorgfalt auch zu verlangen, wenn
es um den Inhalt der Unterhose geht - mit allem was dazugehoert.
Auf jeden Fall sind diejenigen, die eine Pflicht postulieren, rund um
die Uhr selbst auf seinen Nachwuchs aufzupassen und ihn nicht
zeitweise extern betreuen zu lassen, nicht bereit, handkehrum dann
auch dafür zu sorgen, dass das erstens finanziell geht und dass
Elternteile, die ihre Kinder betreuen, später auch wieder Anschluss
im Berufsleben finden.
Schluesselwort: "zeitweise"; das toent so harmlos nach ein paar Stunden
pro Tag. Im Maerz stimmen wir aber ueber "ganztags, vollzeitlich,
ausschliesslich" ab. Und zahlen soll... na wer wohl.
Nein, das tun wir nicht. Es geht darum, dass Kantone Betreuung überhaupt
verfügbar machen müssen. Dabei müssen nicht zwingend nur staatliche Anbieter
zum Zug kommen, es können genau so gut auch Private sein, die
Verfassungsänderung lässt das offen bzw. überlässt die Detailgestaltung den
Kantonen.

Aus deinem Heimatkanton hat übrigens FDP-Politiker Otto Ineichen, der
mittlerweile leider verstorben ist, den Bedarf erkannt und hat ein privates
Projekt gestartet, mit dem zahlreiche Kinderkrippen in der ganzen Schweiz
hätten eröffnet werden sollen. Nach seinem Tod hat sein Nachfolger der
rechtsbürgerlichen Ideologie folgend gleich alles wieder zusammengestrichen.
Meine Prognose ist, dass von den sozialen Projekten, die Otto Ineichen ins
Leben gerufen hat, in ein paar Jahren so gut wie gar nichts mehr übrig
bleiben wird. Der Tod kam auch für ihn überraschend, sonst hätte er sich
wohl besser um die Nachfolge gekümmert.

Was mich im übrigen sehr interessieren würde, wäre eine Statistik, aus der
hervorgeht, zu wieviel Prozent sogenannte Problemkinder (Kinder, die sich
zur Einschulung massiv daneben benehmen) fremdbetreut worden sind. Ich habe
die Vermutung, dass das Gegenteil von dem, was die Gegner von externer
Betreuung behaupten wahr ist, nämlich dass Kinder, die regelmässig in
Fremdbetreuung sind, tendenziell seltener zu Problemkindern werden.
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Wenn FDP-Mütter sich gegen Fremdbetreuung äussern, die selbst
beruflich keinen Finger krumm machen müssen, weil ihr Mann
zuverlässig jeden Monat 15'000 CHF nach Hause bringt, ist das so wie
Königin Marie-Antoinette, die ihren Untertanen sagt, dass sie Kuchen
essen sollen, anstatt darüber zu jammern, dass kein Brot da sei.
:-) - uebrigens urban legend [1] aber lassen wir das
Ja selbstverstaendlich ist das nicht fair. Komisch nur, dass sich vor 50
Jahren noch jeder Buezer eine Frau leisten konnte, die nicht arbeiten
musste
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt. Ausserdem ist es nicht
sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben. Ich halte es
auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass ein erheblicher Teil der
Bevölkerung nicht aktiv am Wirtschaftsleben teilnimmt.

Gruss

Roman°
Patrick Kormann
2013-02-15 23:15:02 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt. Ausserdem ist es nicht
sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben. Ich halte es
auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass ein erheblicher Teil der
Bevölkerung nicht aktiv am Wirtschaftsleben teilnimmt.
Ob es sinnvoller ist arbeiten zu gehen damit dann der Lohn gerade knapp
dazu reicht die Kinderbetreuung zu bezahlen, während die
Haushaltsführung auf der Strecke bleibt? Naja.
1X2Willows
2013-02-16 02:10:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Patrick Kormann
Post by Roman Racine
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt. Ausserdem ist es
nicht sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben.
Ich halte es auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass
ein erheblicher Teil der Bevölkerung nicht aktiv am
Wirtschaftsleben teilnimmt.
Ob es sinnvoller ist arbeiten zu gehen damit dann der Lohn gerade
knapp dazu reicht die Kinderbetreuung zu bezahlen, während die
Haushaltsführung auf der Strecke bleibt? Naja.
Klarer Fall... das eine bleibt in der Familie und das andere hilft mit,
die auf ewiges Wachstum ausgelegte Wirtschaft am Leben zu erhalten.
1X2Willows
2013-02-16 02:10:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Schluesselwort: "zeitweise"; das toent so harmlos nach ein paar
Stunden pro Tag. Im Maerz stimmen wir aber ueber "ganztags,
vollzeitlich, ausschliesslich" ab. Und zahlen soll... na wer wohl.
Nein, das tun wir nicht. Es geht darum, dass Kantone Betreuung
überhaupt verfügbar machen müssen. Dabei müssen nicht zwingend nur
staatliche Anbieter zum Zug kommen, es können genau so gut auch
Private sein, die Verfassungsänderung lässt das offen bzw. überlässt
die Detailgestaltung den Kantonen.
...dass Kantone Betreuung überhaupt verfügbar machen müssen; ganztags
und vollzeitlich, demfall. Vergessen wir "ausschliesslich".

Macht keinen Unterschied. Der Rest meiner Aussage steht.
Hast Du zu dem auch noch was zu sagen oder erschoepft sich Deine
Energie mit dem Herumreiten auf ueberfluessigen Absolutismen?
Post by Roman Racine
Aus deinem Heimatkanton hat übrigens FDP-Politiker Otto Ineichen,
der mittlerweile leider verstorben ist, den Bedarf erkannt und hat
ein privates Projekt gestartet, mit dem zahlreiche Kinderkrippen in
der ganzen Schweiz hätten eröffnet werden sollen. Nach seinem Tod hat
sein Nachfolger der rechtsbürgerlichen Ideologie folgend gleich alles
wieder zusammengestrichen. Meine Prognose ist, dass von den sozialen
Projekten, die Otto Ineichen ins Leben gerufen hat, in ein paar
Jahren so gut wie gar nichts mehr übrig bleiben wird. Der Tod kam
auch für ihn überraschend, sonst hätte er sich wohl besser um die
Nachfolge gekümmert.
eben, "ein privates Projekt gestartet".
Er haette sich nie fuer ein staatlich verordnetes Programm eingesetzt.

Ich mochte Otto wirklich gut und hatte das Vergnuegen, einmal mit ihm in
seinem Laden in Ebikon persoenlich zu reden. Ein Patron und
Libertanianer wie er im Buche stand und Noblesse oblige bedeutete ihm
ebenfalls noch was, auch ohne feudalen Titel. Eben drum.
Post by Roman Racine
Was mich im übrigen sehr interessieren würde, wäre eine Statistik,
aus der hervorgeht, zu wieviel Prozent sogenannte Problemkinder
(Kinder, die sich zur Einschulung massiv daneben benehmen)
fremdbetreut worden sind. Ich habe die Vermutung, dass das Gegenteil
von dem, was die Gegner von externer Betreuung behaupten wahr ist,
nämlich dass Kinder, die regelmässig in Fremdbetreuung sind,
tendenziell seltener zu Problemkindern werden.
Komische Auffassung von "Problemkinder" hast Du da.
"Daneben benehmen" according to whom?

Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...

Unterdessen sass ich in der hintersten Reihe und hab vor mich hin
gezeichnet, weil ich das Lesen schon von meinen Bruedern zuhaus gelernt
hatte. - und ja, oh Schock!... in den Kindergarten ging ich ebenfalls
nicht. Drum hab ich auch Lesen gelernt, waehrend sich die andern armen
Seelen mit Holztütschi und einem Fruehstadium von 'Sozialisierung'
rumschlagen mussten.

Ueberhaupt hab ich die ganze Schule als Aufwand des Staates
wahrgenommen, einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu etablieren, statt
Individualitaet und Talente der einzelnen Kinder zu foerdern.

Heh - und das waren noch die "guten alten Zeiten!" :-D
Post by Roman Racine
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt.
Ich kann mich nicht erinnern, dass von den 25-30 Angestellten meines
Vaters um 1965 mehr als vielleicht zwei/drei Frauen was anderes getan
haben, als fuer den Haushalt und die Kinder zu schauen.
Post by Roman Racine
Ausserdem ist es nicht
sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben. Ich
halte es auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass ein
erheblicher Teil der Bevölkerung nicht aktiv am Wirtschaftsleben
teilnimmt.
Nun, jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung und das ist auch gut so.
Roman Racine
2013-02-17 16:35:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Aus deinem Heimatkanton hat übrigens FDP-Politiker Otto Ineichen,
der mittlerweile leider verstorben ist, den Bedarf erkannt und hat
ein privates Projekt gestartet, mit dem zahlreiche Kinderkrippen in
der ganzen Schweiz hätten eröffnet werden sollen. Nach seinem Tod hat
sein Nachfolger der rechtsbürgerlichen Ideologie folgend gleich alles
wieder zusammengestrichen. Meine Prognose ist, dass von den sozialen
Projekten, die Otto Ineichen ins Leben gerufen hat, in ein paar
Jahren so gut wie gar nichts mehr übrig bleiben wird. Der Tod kam
auch für ihn überraschend, sonst hätte er sich wohl besser um die
Nachfolge gekümmert.
eben, "ein privates Projekt gestartet".
Er haette sich nie fuer ein staatlich verordnetes Programm eingesetzt.
Es geht nicht um ein "staatlich verordnetes Programm", sondern darum, dass
der Staat Kinderkrippen in diesem Fall subventionieren würde, damit
überhaupt jemand sie anbietet. Sozusagen private Trägerschaft mit Beiträgen
der öffentlichen Hand, so wie das beispielsweise bei privaten Schulen zum
Teil auch der Fall ist. Ob der Kanton die Krippen selbst betreibt oder das
anderen überlässt, ist dem Kanton freigestellt.
Post by 1X2Willows
Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...
Nun, um solche Fälle geht es im angesprochenen Fall ja nicht.

Gruss

Roman°
1X2Willows
2013-02-17 19:35:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Aus deinem Heimatkanton hat übrigens FDP-Politiker Otto Ineichen,
der mittlerweile leider verstorben ist, den Bedarf erkannt und hat
ein privates Projekt gestartet, mit dem zahlreiche Kinderkrippen in
der ganzen Schweiz hätten eröffnet werden sollen. Nach seinem Tod hat
sein Nachfolger der rechtsbürgerlichen Ideologie folgend gleich alles
wieder zusammengestrichen. Meine Prognose ist, dass von den sozialen
Projekten, die Otto Ineichen ins Leben gerufen hat, in ein paar
Jahren so gut wie gar nichts mehr übrig bleiben wird. Der Tod kam
auch für ihn überraschend, sonst hätte er sich wohl besser um die
Nachfolge gekümmert.
eben, "ein privates Projekt gestartet".
Er haette sich nie fuer ein staatlich verordnetes Programm eingesetzt.
Es geht nicht um ein "staatlich verordnetes Programm", sondern darum, dass
der Staat Kinderkrippen in diesem Fall subventionieren würde, damit
überhaupt jemand sie anbietet. Sozusagen private Trägerschaft mit Beiträgen
der öffentlichen Hand, so wie das beispielsweise bei privaten Schulen zum
Teil auch der Fall ist. Ob der Kanton die Krippen selbst betreibt oder das
anderen überlässt, ist dem Kanton freigestellt.
Semantische Querelen beiseite... Das was Du beschreibst ist ein
staatliches Programm, so wie ich den Ausdruck benutzt hab.
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...
Nun, um solche Fälle geht es im angesprochenen Fall ja nicht.
Zitat: "(Kinder, die sich zur Einschulung massiv daneben benehmen) [und]
fremdbetreut worden sind."?

You brought it up.
Roman Racine
2013-02-18 20:25:02 UTC
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Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Aus deinem Heimatkanton hat übrigens FDP-Politiker Otto Ineichen,
der mittlerweile leider verstorben ist, den Bedarf erkannt und hat
ein privates Projekt gestartet, mit dem zahlreiche Kinderkrippen in
der ganzen Schweiz hätten eröffnet werden sollen. Nach seinem Tod hat
sein Nachfolger der rechtsbürgerlichen Ideologie folgend gleich alles
wieder zusammengestrichen. Meine Prognose ist, dass von den sozialen
Projekten, die Otto Ineichen ins Leben gerufen hat, in ein paar
Jahren so gut wie gar nichts mehr übrig bleiben wird. Der Tod kam
auch für ihn überraschend, sonst hätte er sich wohl besser um die
Nachfolge gekümmert.
eben, "ein privates Projekt gestartet".
Er haette sich nie fuer ein staatlich verordnetes Programm eingesetzt.
Es geht nicht um ein "staatlich verordnetes Programm", sondern darum,
dass der Staat Kinderkrippen in diesem Fall subventionieren würde, damit
überhaupt jemand sie anbietet. Sozusagen private Trägerschaft mit
Beiträgen der öffentlichen Hand, so wie das beispielsweise bei privaten
Schulen zum Teil auch der Fall ist. Ob der Kanton die Krippen selbst
betreibt oder das anderen überlässt, ist dem Kanton freigestellt.
Semantische Querelen beiseite... Das was Du beschreibst ist ein
staatliches Programm, so wie ich den Ausdruck benutzt hab.
Klar ist das ein staatliches Programm. Aber keine "Verstaatlichung des
Nachwuchses".
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...
Nun, um solche Fälle geht es im angesprochenen Fall ja nicht.
Zitat: "(Kinder, die sich zur Einschulung massiv daneben benehmen) [und]
fremdbetreut worden sind."?
You brought it up.
Ich habe Kinderkrippen gemeint, das sollte aus dem Kontext eigentlich
hervorgehen.

Gruss

Roman°
1X2Willows
2013-02-19 22:40:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Semantische Querelen beiseite... Das was Du beschreibst ist ein
staatliches Programm, so wie ich den Ausdruck benutzt hab.
Klar ist das ein staatliches Programm. Aber keine "Verstaatlichung des
Nachwuchses".
Der Titel war eine direkte Reaktion auf Petar's Kommentar zu einem
meiner weniger reisserischen Subject Lines:

"Gut, dass du nicht Journalist geworden bist..mit solchen Titeln holst
du keinen Leser hinter dem Ofen hervor. Funktioniert im besten Fall
noch für die Sonntagspredigt"
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...
Nun, um solche Fälle geht es im angesprochenen Fall ja nicht.
Zitat: "(Kinder, die sich zur Einschulung massiv daneben benehmen) [und]
fremdbetreut worden sind."?
You brought it up.
Ich habe Kinderkrippen gemeint, das sollte aus dem Kontext eigentlich
hervorgehen.
Kinderkrippen - fuer mich - sind immer noch Kinderheime, bloss Teilzeit.
Ein Kind, das bis zur Pubertaet nicht innerhalb- und von seiner eigenen
Familie erzogen wurde, tut mir ehrlich gesagt leid, auch wenn Du sonstwo
gesagt hast, dass Du keine schlechten Erinnerungen hast.

Das ist ja grad das Perfide an der Sache... dass die Kinder selber nicht
einmal realisieren, was ihnen weggenommen wurde.
Roman Racine
2013-02-19 23:10:02 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Ich habe Kinderkrippen gemeint, das sollte aus dem Kontext eigentlich
hervorgehen.
Kinderkrippen - fuer mich - sind immer noch Kinderheime, bloss Teilzeit.
Für mich nicht.
Post by 1X2Willows
Ein Kind, das bis zur Pubertaet nicht innerhalb- und von seiner eigenen
Familie erzogen wurde, tut mir ehrlich gesagt leid, auch wenn Du sonstwo
gesagt hast, dass Du keine schlechten Erinnerungen hast.
Ich wurde ja innerhalb meiner eigenen Familie erzogen, nur nicht 24/7,
sondern halt etwa 15/7. Und wie gesagt, es ist schon gut so. Andernorts
wären vielleicht die Grosseltern eingesprungen, meine kenne ich halt
grösstenteils nur als Grabsteine.
Post by 1X2Willows
Das ist ja grad das Perfide an der Sache... dass die Kinder selber nicht
einmal realisieren, was ihnen weggenommen wurde.
Ich wüsste nicht was. Auf mich hat jemand aufgepasst, mit mir gespielt und
etwas unternommen, ich habe dadurch viel mehr Möglichkeiten gehabt als viele
Gleichaltrige. Viele andere ausschliesslich von den Eltern (in der Regel von
der Mutter) betreute Kinder hängen heute einfach vor der Glotze, an der
Playstation oder an sonst einem Gerät, mit dem man sie ruhig stellen kann.
Ich finde es schon richtig, dass meine Eltern diesen Weg gegangen sind und
ich würde es, wenn ich eigene Kinder haben sollte, auch so halten.

Was "Verstaatlichung des Nachwuchses" betrifft, könntest du dir auch darüber
Gedanken machen, wie wohl die Gedankenwelt eines Kindes sich entwickelt, das
seine Kindheit mit mehreren Stunden Fernsehkonsum pro Tag verbringt und vom
Fernsehen erzogen wird, bzw. vom "Hartz-TV", wie die Deutschen den Müll
nennen, der üblicherweise Nachmittags läuft. So sieht doch die Realität aus,
kaum einer kann jahrelang 24/7 auf ein Kind aufpassen oder etwas mit ihm
unternehmen, selbst wenn er physisch anwesend wäre. Anstatt dass Mutter und
Kinder vor der Glotze hängen, ist es doch besser, wenn sie sie zumindest
Teilzeit arbeiten geht und derweil jemand auf die Kinder aufpasst.

Gruss

Roman°
1X2Willows
2013-02-20 00:50:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Kinderkrippen - fuer mich - sind immer noch Kinderheime, bloss Teilzeit.
Für mich nicht.
Da bist Du beiweitem nicht allein. Sogar schon in der Mehrheit,
heutzutag. Das heisst aber immer noch nicht, dass die Mehrheit recht
hat; speziell auf lange Sicht.
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Ein Kind, das bis zur Pubertaet nicht innerhalb- und von seiner
eigenen Familie erzogen wurde, tut mir ehrlich gesagt leid, auch
wenn Du sonstwo gesagt hast, dass Du keine schlechten Erinnerungen
hast.
Ich wurde ja innerhalb meiner eigenen Familie erzogen, nur nicht
24/7, sondern halt etwa 15/7.
Gut, dann haette ich halt sagen sollen "Ein Kind, das bis zur Pubertaet
nicht 24/7 innerhalb- und von seiner eigenen Familie erzogen wurde..."

- ausser der regulaeren Schulzeit, natuerlich.
Post by Roman Racine
Und wie gesagt, es ist schon gut so. Andernorts wären vielleicht die
Grosseltern eingesprungen, meine kenne ich halt grösstenteils nur als
Grabsteine.
Nur gehst Du hier schon wieder von einer Selbstverstaendlichkeit aus,
die gar nicht gegeben ist. Warum sollten Grosseltern fuer Enkel sorgen,
solang Mutter und Vater beide noch leben? Klar sind die Rollen heute
austauschbar und Mammi geht schaffen waehrend Pappi daheim ist, wenn vor
allem kleine Kinder ihre Bezugsperson am meisten brauchen.
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Das ist ja grad das Perfide an der Sache... dass die Kinder selber
nicht einmal realisieren, was ihnen weggenommen wurde.
Ich wüsste nicht was.
BINGO... Sag ich doch?
Post by Roman Racine
Auf mich hat jemand aufgepasst, mit mir
gespielt und etwas unternommen, ich habe dadurch viel mehr
Möglichkeiten gehabt als viele Gleichaltrige. Viele andere
ausschliesslich von den Eltern (in der Regel von der Mutter) betreute
Kinder hängen heute einfach vor der Glotze, an der Playstation oder
an sonst einem Gerät, mit dem man sie ruhig stellen kann. Ich finde
es schon richtig, dass meine Eltern diesen Weg gegangen sind und ich
würde es, wenn ich eigene Kinder haben sollte, auch so halten.
Ich wuerd mal annehmen dass Du trotz- und nicht wegen so einer Kindheit
zu dem geworden bist, was Du heut bist. Vor allem findet man immer
schlechtere Beispiele, aber es ist schon etwas happig, deswegen die
2-Einkommens-Familie zum Ideal zu erklaeren.

Ueber die Tatsache dass ein nicht zu vernachlaessigender Teil der
Weltbevoelkerung gar nicht imstand ist, ihre Kinder zu wuerdigen
Vertretern unserer Gattung zu erziehen, muessen wir nicht streiten.
Post by Roman Racine
Was "Verstaatlichung des Nachwuchses" betrifft, könntest du dir auch
darüber Gedanken machen, wie wohl die Gedankenwelt eines Kindes sich
entwickelt, das seine Kindheit mit mehreren Stunden Fernsehkonsum pro
Tag verbringt und vom Fernsehen erzogen wird, bzw. vom "Hartz-TV",
wie die Deutschen den Müll nennen, der üblicherweise Nachmittags
läuft. So sieht doch die Realität aus, kaum einer kann jahrelang 24/7
auf ein Kind aufpassen oder etwas mit ihm unternehmen, selbst wenn er
physisch anwesend wäre. Anstatt dass Mutter und Kinder vor der Glotze
hängen, ist es doch besser, wenn sie sie zumindest Teilzeit arbeiten
geht und derweil jemand auf die Kinder aufpasst.
Ich kann mich nicht erinnern dass meine Mutter je die Glotze fuer sich
selber eingeschaltet haette wenn ihre Kinder zuhaus waren und muss mit
einem gewissen Stolz anfuegen, dass sie auch sonst wirklich besseres zu
tun hatte, sogar wenn die Kinder nicht da waren.

Wenn Du meinst, dass mit "Kitas" Proleten verhindert werden koennen,
dann schau doch mal nach Deutschland, wo der ganze TV Guesel herkommt.
Patrick Kormann
2013-02-20 02:55:02 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
So sieht doch die Realität aus,
kaum einer kann jahrelang 24/7 auf ein Kind aufpassen oder etwas mit ihm
unternehmen, selbst wenn er physisch anwesend wäre.
Äh doch, eine 'gute' Mutter tut genau das. 24/7 natürlich nicht, ein
Kind spielt auch mal für sich oder mit anderen Kindern.
Aber meine Mutter war immer zur Stelle.
Andreas Baumgartner
2013-02-20 12:05:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Was "Verstaatlichung des Nachwuchses" betrifft, könntest du dir auch
darüber Gedanken machen, wie wohl die Gedankenwelt eines Kindes sich
entwickelt, das seine Kindheit mit mehreren Stunden Fernsehkonsum pro
Tag verbringt und vom Fernsehen erzogen wird, bzw. vom "Hartz-TV",
wie die Deutschen den Müll nennen, der üblicherweise Nachmittags
läuft. So sieht doch die Realität aus, kaum einer kann jahrelang 24/7
auf ein Kind aufpassen oder etwas mit ihm unternehmen, selbst wenn er
physisch anwesend wäre. Anstatt dass Mutter und Kinder vor der Glotze
hängen, ist es doch besser, wenn sie sie zumindest Teilzeit arbeiten
geht und derweil jemand auf die Kinder aufpasst.
Das Thema "Verstaatlichung des Nachwuchses" wurde nun auch mit Alain
Berset im Talk Täglich diskutiert. Berset wehrte sich gegen den Vorwurf
der Verstaatlichung und die etwas polemischen Plakate mit Kindern hinter
Gittern. Indem er darauf hinwies, dass kein Zwang bestehen soll, dass
Kinder in den Krippenplätzen abgegeben werden müssen. Ich finde aber,
wenn etwas gratis ist, oder besser gesagt wie hier mit der Staatskasse
finanziert wird, ist Umkehrschluss doch ein gewisser Zwang diese
Angebote zu nutzen, da andere Angebote kaum mit Gratis konkurrieren
können. Wer entscheidet dann, wer die Kinderbetreuung aus dem
Staatssäckel bezahlen darf und wer nicht? Noch mehr Diktatur? Nein
Danke! Oder habe ich das Problem falsch verstanden, warum müssen
plötzlich so viele Krippenplätze her, obwohl die Durchschnittsfamilie
sich nicht mehr als ein oder zwei Kinder leisten kann?
Als Vergleich dazu könnten auch die Probleme von Privatschulen etwas
beleuchtet werden, wie etwa der Rudolf Steiner Schule, die im Gegensatz
zur aus dem Staatssäckel finanzierten Schulen die Eltern ziemlich viel
Geld kostet. Die Rudolf Steiner Schule macht aber ziemlich viel
richtig, was bei den Staatlichen Schulen hingegen systematisch falsch
gemacht wird. In Staatlichen Schulen werden die Kinder dem
ausbeuterischen System konform geschult anstatt ihnen beizubringen auf
eigenen Beinen zu stehen und ökologisch verantwortbar zu handeln. Man
hat aber keine Wahl, oder man muss tief in den Geldbeutel greifen, da
man im Prinzip doppelt zahlt. Insofern kann ich Berset überhaupt nicht
recht geben.

Mehr Gründe für ein NEIN zum Familien-Artikel:
http://www.politnetz.ch/beitrag/16919
--
Gruesse, Andreas Baumgartner

http://www.autarkewelt.de/shop/produkte/saatgut.html # Natursaat
http://www.foodnotbombs.net/seeds.html # Defend our right to food!
Roman Racine
2013-02-20 18:50:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Post by Roman Racine
Was "Verstaatlichung des Nachwuchses" betrifft, könntest du dir auch
darüber Gedanken machen, wie wohl die Gedankenwelt eines Kindes sich
entwickelt, das seine Kindheit mit mehreren Stunden Fernsehkonsum pro
Tag verbringt und vom Fernsehen erzogen wird, bzw. vom "Hartz-TV",
wie die Deutschen den Müll nennen, der üblicherweise Nachmittags
läuft. So sieht doch die Realität aus, kaum einer kann jahrelang 24/7
auf ein Kind aufpassen oder etwas mit ihm unternehmen, selbst wenn er
physisch anwesend wäre. Anstatt dass Mutter und Kinder vor der Glotze
hängen, ist es doch besser, wenn sie sie zumindest Teilzeit arbeiten
geht und derweil jemand auf die Kinder aufpasst.
Das Thema "Verstaatlichung des Nachwuchses" wurde nun auch mit Alain
Berset im Talk Täglich diskutiert. Berset wehrte sich gegen den Vorwurf
der Verstaatlichung und die etwas polemischen Plakate mit Kindern hinter
Gittern. Indem er darauf hinwies, dass kein Zwang bestehen soll, dass
Kinder in den Krippenplätzen abgegeben werden müssen. Ich finde aber,
wenn etwas gratis ist, oder besser gesagt wie hier mit der Staatskasse
finanziert wird, ist Umkehrschluss doch ein gewisser Zwang diese
Angebote zu nutzen, da andere Angebote kaum mit Gratis konkurrieren
können. Wer entscheidet dann, wer die Kinderbetreuung aus dem
Staatssäckel bezahlen darf und wer nicht? Noch mehr Diktatur? Nein
Danke! Oder habe ich das Problem falsch verstanden
Möglicherweise hast du das, ja. Der Text der Initiative lautet:

Die Bundesverfassung3 wird wie folgt geändert:

Art. 115a Familienpolitik

1 Der Bund berücksichtigt bei der Erfüllung seiner Aufgaben die Bedürfnisse
der Familie. Er kann Massnahmen zum Schutz der Familie unterstützen.

2 Bund und Kantone fördern die Vereinbarkeit von Familie und
Erwerbstätigkeit oder Ausbildung. Die Kantone sorgen insbesondere für ein
bedarfsgerechtes Angebot an familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen.

3 Reichen die Bestrebungen der Kantone oder Dritter nicht aus, so legt der
Bund Grundsätze über die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und
Erwerbstätigkeit oder Ausbildung fest.

Art. 116 Abs. 1 und 2

1 Aufgehoben

2 Der Bund kann Vorschriften über die Familienzulagen erlassen und eine
eidgenössische Familienausgleichskasse führen.

Von "gratis" oder "Zwang" ist nirgendwo die Rede. Genausowenig ist davon die
Rede, dass Angebote staatlich sein müssen bzw. nur staatliche Angebote
unterstützt werden sollen. Das sind Behauptungen, die Gegner der
Verfassungsänderung frei erfunden haben, um dagegen polemisieren zu können.
Post by Andreas Baumgartner
, warum müssen
plötzlich so viele Krippenplätze her, obwohl die Durchschnittsfamilie
sich nicht mehr als ein oder zwei Kinder leisten kann?
Die müssen her, weil es zu wenige gibt, bzw. weil die Nachfrage grösser ist
als das Angebot und sich dies ohne staatlichen Eingriff offenbar nicht
ändert. "Der Markt" regelt es in diesem Fall nicht von alleine.
Post by Andreas Baumgartner
Als Vergleich dazu könnten auch die Probleme von Privatschulen etwas
beleuchtet werden, wie etwa der Rudolf Steiner Schule, die im Gegensatz
zur aus dem Staatssäckel finanzierten Schulen die Eltern ziemlich viel
Geld kostet. Die Rudolf Steiner Schule macht aber ziemlich viel
richtig, was bei den Staatlichen Schulen hingegen systematisch falsch
gemacht wird. In Staatlichen Schulen werden die Kinder dem
ausbeuterischen System konform geschult anstatt ihnen beizubringen auf
eigenen Beinen zu stehen und ökologisch verantwortbar zu handeln. Man
hat aber keine Wahl, oder man muss tief in den Geldbeutel greifen, da
man im Prinzip doppelt zahlt. Insofern kann ich Berset überhaupt nicht
recht geben.
Ich glaube nicht, dass Rudolf-Steiner-Schulen besonders viel richtig machen,
im Gegenteil. Nach meiner Erfahrung haben diejenigen, die die Matura an
einer Rudolf-Steiner-Schule gemacht haben, bei ihrem späteren Übergang an
eine Hochschule oder eine andere weiterführende Schule ziemlich viele
Probleme, weil sie sich den Leistungsdruck nicht gewöhnt sind.

Wenn die Realität Leistungsdruck ist, halte ich es für verkehrt, Schüler in
einer Blase aufwachsen zu lassen, in der so getan wird, als gäbe es keinen
Leistungsdruck und als wäre es ausreichend, sich ordentlich Mühe zu geben,
selbst wenn dabei nichts Gescheites rauskommt. Die Schule soll primär auf
das Leben vorbereiten, nicht auf die Utopie, die einige Ideologen gerne
haben würden.

Im Übrigen: Selbst wenn du für Rudolf-Steiner-Schulen oder deren staatliche
Unterstützung bist, wird die Ablehnung des Familienartikels dich dem Ziel,
dass Rudolf-Steiner-Schulen vom Staat finanziell unterstützt werden sollen,
kein bisschen näher bringen. Das sind zwei Themenkreise, die überhaupt nicht
miteinander verknüpft sind. Wenn du vom Staat finanzierte Rudolf-Steiner-
Schulen haben möchtest, so müsste es dafür eine eigene Volksinitiative
geben.

Gruss

Roman°
Andreas Baumgartner
2013-02-28 07:05:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Roman Racine
Ich glaube nicht, dass Rudolf-Steiner-Schulen besonders viel richtig
machen, im Gegenteil. Nach meiner Erfahrung haben diejenigen, die die
Matura an einer Rudolf-Steiner-Schule gemacht haben, bei ihrem
späteren Übergang an eine Hochschule oder eine andere weiterführende
Schule ziemlich viele Probleme, weil sie sich den Leistungsdruck
nicht gewöhnt sind.
Ganz im Gegentum. Der beim übergang von Schule zum Erwerbsleben
plötzlich massiv erhärtende Leistungsdruck macht wohl jedem zu
schaffen. Zwar sind nach der Matur die Hochschulen und anderen
weiterführenden Schulen wohl wirklich anders gepolt, was sicherlich zu
Problemen führt. Ich denke dennoch viel eher, in dem Zusammenhang
ist Langsam das neue Schnell. Die Fälle Chronischer
Belastungsstörungen, ADHS usw. nehmen laufend zu. Ich glaube nicht dass
dem so wäre wenn das Leben etwas mehr wie eine Waldorfschule wäre. Mit
dem Bio-Dynamischen Ansatz nach Rudolf Steiner hätte die Industrie wohl
kaum jemals Toxine auf die Umwelt losgelassen, die nun (gemäss
greencross.ch ) weltweit 125 Millionen Menschen gefährden. Rund 50 NGOs
zweifeln, dass die Konzerne ohne gesetzlichen Druck Ethik und
Nachhaltigkeit vor Profit setzen. Es ist sicherlich schwer, sich in so
einem Konzern unterzuordnen, wenn man in der Schule Werte wie Ethik und
Nachhaltigkeit geschätzt hat. Aber falsch sollte es deswegen bestimmt
nicht sein, diesen Weg gegangen zu sein.
Post by Roman Racine
Wenn die Realität Leistungsdruck ist, halte ich es für verkehrt,
Schüler in einer Blase aufwachsen zu lassen, in der so getan wird,
als gäbe es keinen Leistungsdruck und als wäre es ausreichend, sich
ordentlich Mühe zu geben, selbst wenn dabei nichts Gescheites
rauskommt. Die Schule soll primär auf das Leben vorbereiten, nicht
auf die Utopie, die einige Ideologen gerne haben würden.
Raubtierkapitalismus ist leider nicht bloss Utopie, insofern hast du
recht.
Post by Roman Racine
Im Übrigen: Selbst wenn du für Rudolf-Steiner-Schulen oder deren
staatliche Unterstützung bist, wird die Ablehnung des
Familienartikels dich dem Ziel, dass Rudolf-Steiner-Schulen vom Staat
finanziell unterstützt werden sollen, kein bisschen näher bringen.
Das sind zwei Themenkreise, die überhaupt nicht miteinander verknüpft
sind. Wenn du vom Staat finanzierte Rudolf-Steiner- Schulen haben
möchtest, so müsste es dafür eine eigene Volksinitiative geben.
Nunja, ich hatte eigentlich auch nicht die Absicht, hier so tief ins
Detail zu gehen. Vielleicht sollte ich nur noch hinzufügen, dass
Rudolf-Steiner-Schulen auch Kinderkrippenplätze anbieten, die die
Eltern auch Geld kosten.
Post by Roman Racine
Gruss
Roman°
Gruesse, Andreas Baumgartner
Nils Tanner
2013-02-18 09:30:01 UTC
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Raw Message
Why is a mushroom called mushroom? As usual, 1X2Willows
Post by 1X2Willows
Komische Auffassung von "Problemkinder" hast Du da.
"Daneben benehmen" according to whom?
Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...
Kinderkrippen mit einem Kinderheim und Pflegefamilien gleichzusetzen
ist doch ein etwas grosser Sprung...
1X2Willows
2013-02-19 22:55:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Nils Tanner
Why is a mushroom called mushroom? As usual, 1X2Willows
Post by 1X2Willows
Komische Auffassung von "Problemkinder" hast Du da.
"Daneben benehmen" according to whom?
Also ich red immer am liebsten aus Eigenerfahrung und die Problemkinder
die wir in der ersten Klasse hatten, waren meist die fremd-betreuten
Goofen, die keine funktionierende Famile im Ruecken hatten.
Staats-betreut, Pflegefamilien, Kinderheim, what-have-you...
Kinderkrippen mit einem Kinderheim und Pflegefamilien gleichzusetzen
ist doch ein etwas grosser Sprung...
wieso?
Mario Rothacher
2013-02-20 12:05:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Nils Tanner
Kinderkrippen mit einem Kinderheim und Pflegefamilien gleichzusetzen
ist doch ein etwas grosser Sprung...
wieso?
Weil Kinder in einer Krippe immer noch engen Kontakt zu den Eltern
haben, was in Kinderheimen und Pflegefamilien nicht mehr der Fall ist.
Andreas Baumgartner
2013-02-16 15:15:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Roman Racine
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt. Ausserdem ist es nicht
sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben. Ich
halte es auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass ein
erheblicher Teil der Bevölkerung nicht aktiv am Wirtschaftsleben
teilnimmt.
Nur unter vorbehalt. Wenn das eintrifft was im Film "Zeitgeist Moving
Forward" prognostiziert wird, dass in absehbarer Zeit 75% der
Arbeiterschaft überflüssig sein wird, ist eine passive Teilnahme am
Wirtschaftsleben nicht mehr weniger wünschenswert als eine aktive.
Ansonsten würde mit der zusätzlichen nicht gebrauchten
Wirtschaftsleistung nur noch ein unnötiger Preiskampf weiter angeheizt.

Ein in dem Film ebenfalls erwähntes Industrielles Novum das viele
Arbeitsplätze wegfallen lassen wird, sind beispielsweise die 3D
Drucker. Davon gibt es bereits eine selbstreplizierende Version namens
RepRap. Stell dir vor, du willst einen bestimmten Gegenstand und
druckst in einfach zu Hause aus anstatt in den Supermarkt zu hetzen und
etwas zu kaufen was schon um den halben Globus chauffiert wurde. 3D
Drucker können auch andere Materialien als Kunststoff drucken und
gedruckte Teile können auch als Gussformen benutzt werden. Die
Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt.

In grösseren Dimensionen werden auch schon Häuser "gedruckt". Für
diejenigen die trotzdem noch Backsteine stapeln wollen, haben die
Arbeiter auch schon elektronische Konkurrenz bei der ETH namens R-O-B.
--
Gruesse, Andreas Baumgartner
Patrick Kormann
2013-02-16 22:25:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
In grösseren Dimensionen werden auch schon Häuser "gedruckt". Für
Und sogar Bildschirme. Aber ich glaube trotzdem nicht, dass das nun die
Welt direkt umrkempelt.

Ich bin aber zu wenig Visionär um sagen zu können wie sich die Welt
entwickelt. IMHO muss es wieder Richtung mehr 'Eigenverantwortung' und
auch mehr nicht-Erwerbsarbeit geht. Also z.B. meinetwegen (urban) farming.
1X2Willows
2013-02-17 13:15:01 UTC
Permalink
Raw Message
Wenn das eintrifft was im Film "Zeitgeist Moving Forward"
prognostiziert wird, dass in absehbarer Zeit 75% der Arbeiterschaft
überflüssig sein wird, ist eine passive Teilnahme am Wirtschaftsleben
nicht mehr weniger wünschenswert als eine aktive.
Richtig. Deshalb werden auch die Stimmen immer lauter, welche nach einem
'Bedingungslosen Grund-Einkommen' rufen. IMO zwar ebenfalls keine viable
Loesung, aber der Trend zu immer mehr sinnvoller Beschaeftigung ohne
Anstellungsverhaeltnis wurde wenigstens richtig erkannt.
Ein in dem Film ebenfalls erwähntes Industrielles Novum das viele
Arbeitsplätze wegfallen lassen wird, sind beispielsweise die 3D
Drucker. [....]
Ein Thema, welches ich spaetestens seit dem "MakerBot" mit grossem
Interesse verfolge. Der Replicator 2 ist definitiv auf meiner
Wunschliste fuer naechste Weihnacht :)
Andreas Baumgartner
2013-02-17 19:40:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by 1X2Willows
Wenn das eintrifft was im Film "Zeitgeist Moving Forward"
prognostiziert wird, dass in absehbarer Zeit 75% der Arbeiterschaft
überflüssig sein wird, ist eine passive Teilnahme am
Wirtschaftsleben nicht mehr weniger wünschenswert als eine aktive.
Richtig. Deshalb werden auch die Stimmen immer lauter, welche nach
einem 'Bedingungslosen Grund-Einkommen' rufen. IMO zwar ebenfalls
keine viable Loesung, aber der Trend zu immer mehr sinnvoller
Beschaeftigung ohne Anstellungsverhaeltnis wurde wenigstens richtig
erkannt.
Etwas in dieser Richtung wird kommen müssen um die
vielfältigen Ungleichheiten der sozialen Schichten die das Geld
verursachen kann zu korrigieren, und um integrität der Bürger in ihrem
persönlichen Umfeld besser zu gewähren. Mich dünkt, das Grund-Einkommen
ist noch lange nicht Mehrheitsfähig und noch zu hoch angesetzt. Vorher
wird sich wohl die AHV/IV in diese Richtung ausweiten und Schritt für
Schritt Personen "aufpicken", die ohne goldene Fallschirme notlanden
mussten oder so.
Post by 1X2Willows
Ein in dem Film ebenfalls erwähntes Industrielles Novum das viele
Arbeitsplätze wegfallen lassen wird, sind beispielsweise die 3D
Drucker. [....]
Ein Thema, welches ich spaetestens seit dem "MakerBot" mit grossem
Interesse verfolge. Der Replicator 2 ist definitiv auf meiner
Wunschliste fuer naechste Weihnacht :)
Vielleicht sollten wir uns diesbezüglich zusammentun oder konkreter
austauschen. Muss ja nicht jeder einen kompletten Maschinenpark für
sich allein führen. Ich hab den Replicator Testbericht im CT Hacks
gelesen. Gelobt wird der für seine schnelligkeit. Mich würde der hohe
Materialpreis von 39-81 Euro pro Kilo beim Replicator noch abschrecken.
(Vergleich dazu RepRap Protos: 21-34 Euro pro Kilo) Ich schätze, der
Replicator 2 liegt da etwa gleich.
Mir schwebt ausserdem noch der Gedanke vor, aus eine defekte Mikrowelle
zu einem 3D Scanner umzubauen.
Meine Antwortadresse funktioniert, wie du weisst. :)
--
Gruesse, Andreas
Roman Racine
2013-02-18 20:25:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Post by 1X2Willows
Wenn das eintrifft was im Film "Zeitgeist Moving Forward"
prognostiziert wird, dass in absehbarer Zeit 75% der Arbeiterschaft
überflüssig sein wird, ist eine passive Teilnahme am
Wirtschaftsleben nicht mehr weniger wünschenswert als eine aktive.
Richtig. Deshalb werden auch die Stimmen immer lauter, welche nach
einem 'Bedingungslosen Grund-Einkommen' rufen. IMO zwar ebenfalls
keine viable Loesung, aber der Trend zu immer mehr sinnvoller
Beschaeftigung ohne Anstellungsverhaeltnis wurde wenigstens richtig
erkannt.
Etwas in dieser Richtung wird kommen müssen um die
vielfältigen Ungleichheiten der sozialen Schichten die das Geld
verursachen kann zu korrigieren, und um integrität der Bürger in ihrem
persönlichen Umfeld besser zu gewähren. Mich dünkt, das Grund-Einkommen
ist noch lange nicht Mehrheitsfähig und noch zu hoch angesetzt. Vorher
wird sich wohl die AHV/IV in diese Richtung ausweiten und Schritt für
Schritt Personen "aufpicken", die ohne goldene Fallschirme notlanden
mussten oder so.
Wenn man das Grundeinkommen so ansetzt, dass es finanzierbar ist, wird
daraus letztlich wieder Sozialhilfe unter anderem Namen. Und wenn es ein
Grundeinkommen für jeden gäbe, so wären die Sozialdemokraten doch die
ersten, die sich daran stossen würden, dass auch ein Daniel Vasella, der
gerade 72 Mio. CHF einkassiert hat, bedingungsloses Grundeinkommen erhalten
würde.

M.E. ist dieses BGE genau der falsche Weg, weil so mit der Giesskanne jeder
Geld kriegt. Das heutige Konzept, dass die unterstützt werden sollen, die
auf Hilfe angewiesen sind, finde ich nicht so verkehrt. Ich habe wenigstens
damit keine moralische Probleme, während es mich schon stören würde, wenn
einfach jeder Geld kriegt, selbst dann, wenn er grundsätzlich dazu in der
Lage wäre, sich das Geld mit eigenem Aufwand zu holen. Ich finde es
grundsätzlich auch richtig, dass das Ziel von staatlichen Massnahmen sein
sollte, dass Leute im Rahmen ihrer Möglichkeiten wieder in die Lage versetzt
werden sollen, sich selbst zu helfen.

Ich glaube auch nicht, dass unsere Gesellschaft eine glücklichere wäre, wenn
wir beispielsweise 15% oder 20% Leute hätten, die ausschliesslich von BGE
leben und sonst den ganzen Tag herumhängen. Und auch für den Fall, dass BGE-
Leute dann einer anderen, nicht entlöhnten Beschäftigung nachgingen: So
würden dann reguläre Arbeitsplätze, in denen heute jemand seinen
Lebensunterhalt verdienen kann, in BGE-Jobs umgewandelt. So ähnlich
geschieht es in Deutschland mit dem Hartz-IV-System.

Während Pöstler dort früher ein anständig bezahlter, respektierter Job war,
machen das heute vermehrt Sozialhilfebezüger, die als sogenante "Aufstocker"
tätig sind (d.h. einen neben dem Lohn noch Sozialhilfe beziehen, weil's
sonst zum Überleben nicht reicht). Auch wenn auf dem Papier die
Arbeitslosenzahlen sinken, wenn man aus einem anständigen Pöstlerjob drei
Aufstockerjobs auf Sozialhilfeniveau macht, letztlich ist das eine Abwertung
von anständiger Arbeit in Richtung Schiessjobs.

Gruss

Roman°
Andreas Baumgartner
2013-02-18 22:35:02 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Wenn man das Grundeinkommen so ansetzt, dass es finanzierbar ist,
wird daraus letztlich wieder Sozialhilfe unter anderem Namen. Und
wenn es ein Grundeinkommen für jeden gäbe, so wären die
Sozialdemokraten doch die ersten, die sich daran stossen würden, dass
auch ein Daniel Vasella, der gerade 72 Mio. CHF einkassiert hat,
bedingungsloses Grundeinkommen erhalten würde.
Ich hoffe, Daniel Vasella würde freiwillig auf ein BGE verzichten. Er
zeigte sich ja beim Fukushima Erdbeben auch spendabel, ohne
dass man ihn erst noch darum bitten musste. Wobei das wohl ein Klacks
war im vergleich zu solchen Boni.

Der Staat ist eigentlich ohnehin gesetzlich verpflichtet dafür zu
sorgen dass kein Bürger verhungert, selbst wenn die Bürger sich schuldig
machten. Selbst in Gefängnissen gibt es etwas zu essen und Todesstrafe
haben wir auch längst abgeschafft. Von da her sähe ich ein minimales BGE
weniger als etwas neues, sondern eher als klarstellung geltenden
Rechtes.

Jahrhundertelang hat der Staat jedem einen Zehnten abkassiert, daran
hat der Bürger sich gewöhnt und sieht es mehr oder weniger als
selbstverständlich an, auch wenn er nicht immer sichtbare Leistungen
dafür zurückbekommt. Im Laufe der Zeit hat sich trotz alledem ein ganzer
Haufen Profiteure auf die Rücken der Büezer geheftet, um ihnen das Geld
abzusaugen. Der Büezer musste immer mehr für alles bezahlen, die Löhne
sind jedoch kaum gestiegen. Trotz steten Fortschritten in der
Industrialisierung sind die Pflicht-Arbeitsstunden pro Woche stets hoch
geblieben. Die Profite fliessen ganz woanders hin als dort wo die
Arbeit ist. Und es wurde eine ganze Reihe Abhängigkeiten künstlich
geschaffen, um die Büezer im Hamsterrad zu halten. Ich denke um da
aufzuräumen reicht das Sozialamt längst nicht mehr aus. Der Staat wird
sich den aufgeladenen Konflikten der Steuerzahler früher oder später
stellen müssen. Vielleicht wird auch der eine oder andere
Mega-Profiteur verstaatlicht werden müssen, wie in Russland. Oder etwas
wie das Küstengesetz "ley de costas" in Spanien würde unserem Land
sicherlich auch mal gut tun; ein Gesetz, das Hausbesitzer an der Küste
enteignen konnte mit der Begründung, dass der Küstenstreifen allen
gehöre und nicht exklusiv für Kapitalisten da sei.
Post by Roman Racine
M.E. ist dieses BGE genau der falsche Weg, weil so mit der Giesskanne
jeder Geld kriegt. Das heutige Konzept, dass die unterstützt werden
sollen, die auf Hilfe angewiesen sind, finde ich nicht so verkehrt.
Ich habe wenigstens damit keine moralische Probleme, während es mich
schon stören würde, wenn einfach jeder Geld kriegt, selbst dann, wenn
er grundsätzlich dazu in der Lage wäre, sich das Geld mit eigenem
Aufwand zu holen. Ich finde es grundsätzlich auch richtig, dass das
Ziel von staatlichen Massnahmen sein sollte, dass Leute im Rahmen
ihrer Möglichkeiten wieder in die Lage versetzt werden sollen, sich
selbst zu helfen.
Mit einem minimal angesetzten BGE würde der Gieskannen-Effekt weniger
Extrem wirken. Das würde auch vermeiden, dass etwaige Blutsauger,
beispielsweise Immobilienvermieter durch noch mehr Ausbau der
Mietwohnungen über die eigentlichen Verhältnisse der Mieter hinaus,
noch grösseren Gewinn wittern würden.

Soziale Anteilnahme, die ja gemäss den BGE-Diskussionen auch
gewährleistet werden soll, muss nicht umbedingt viel kosten und kann
auch anderweitig gewährleistet werden als mit Finanziellen mitteln. Es
ist jetzt schon möglich, pro Person bis zu zwei Tageskarten für die
Öffentlichen Verkehrsmittel zu sehr günstigen Preisen bei der Gemeinde
zu bekommen. Da besteht bereits ein Ansatz, allerdings findet die SBB
diese Tageskarten nicht so toll, und die sind oft schon
vorher ausverkauft.
Post by Roman Racine
Ich glaube auch nicht, dass unsere Gesellschaft eine glücklichere
wäre, wenn wir beispielsweise 15% oder 20% Leute hätten, die
ausschliesslich von BGE leben und sonst den ganzen Tag herumhängen.
Und auch für den Fall, dass BGE- Leute dann einer anderen, nicht
entlöhnten Beschäftigung nachgingen: So würden dann reguläre
Arbeitsplätze, in denen heute jemand seinen Lebensunterhalt verdienen
kann, in BGE-Jobs umgewandelt. So ähnlich geschieht es in Deutschland
mit dem Hartz-IV-System.
Während Pöstler dort früher ein anständig bezahlter, respektierter
Job war, machen das heute vermehrt Sozialhilfebezüger, die als
sogenante "Aufstocker" tätig sind (d.h. einen neben dem Lohn noch
Sozialhilfe beziehen, weil's sonst zum Überleben nicht reicht). Auch
wenn auf dem Papier die Arbeitslosenzahlen sinken, wenn man aus einem
anständigen Pöstlerjob drei Aufstockerjobs auf Sozialhilfeniveau
macht, letztlich ist das eine Abwertung von anständiger Arbeit in
Richtung Schiessjobs.
Kann sein, vielleicht würden bis dann auch Probezeiten nicht mehr
entlöhnt. Und mit Kündigungsfristen wird man es als Arbeitgeber wohl
auch nicht mehr so eng sehen müssen. Allerdings werden wir in Zukunft
sowieso zu wenig Arbeitsplätze haben. Dann sind diejenigen die nur von
BGE leben wenigstens ordentlich versorgt, ohne dass sie sich
hoffnungsloserweise vor dem Arbeitsamt gegenseitig auf die Füsse stehen
müssen. Wenn sie weniger Zeit in der Schlange beim Arbeitsamt
verplempern müssen, haben sie vielleicht ein paar Minuten mehr um sich
selber zu organisieren, etwas neues zu wagen oder um etwas
kreatives, künstlerisches zu tun.

In Südländern sind auch ohne BGE schon 15% oder 20% der Leute
wirtschaftlich untätig.


Gruesse, Andreas
Ernst Keller
2013-02-25 04:15:01 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Ich hoffe, Daniel Vasella würde freiwillig auf ein BGE verzichten. Er
zeigte sich ja beim Fukushima Erdbeben auch spendabel, ohne
dass man ihn erst noch darum bitten musste. Wobei das wohl ein Klacks
war im vergleich zu solchen Boni.
Wieviel hat er denn gespendet?

Ernst
Andreas Baumgartner
2013-02-25 19:45:02 UTC
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Raw Message
Post by Ernst Keller
Post by Andreas Baumgartner
Ich hoffe, Daniel Vasella würde freiwillig auf ein BGE verzichten. Er
zeigte sich ja beim Fukushima Erdbeben auch spendabel, ohne
dass man ihn erst noch darum bitten musste. Wobei das wohl ein Klacks
war im vergleich zu solchen Boni.
Wieviel hat er denn gespendet?
Ernst
Gemäss roteskreuz.at wurden im Namen von Novartis mehr als 3 Mio USD
gespendet.

http://www.roteskreuz.at/berichten/aktuelles/news/erdbeben-in-japan/partner-und-unterstuetzer/

(Der grösste bezifferte Spendebetrag auf dieser Liste.)
Ich vermute, da sind gespendete Medikamente noch nicht eingerechnet. Es
war damals die Rede davon dass Vasella denselben Betrag, wie den die
alle Mitarbeiter von Novartis zusammen spenden, dazu spenden wolle. Und
gratis Medikamente noch obendrauf. Dazu finde ich nun jedoch auf
die schnelle keine genaueren Belege oder Details im Netz.

Auf redcross.ch steht ausserdem:
"SRK und Novartis arbeiten seit Jahren eng zusammen, in der
Vergangenheit im Bereich des Blutplasmas, der Augenmedizin oder beim
Bereitstellen von Medikamenten nach Katastrophen. Die Zusammenarbeit
wurde jetzt mit der Unterzeichnung einer offiziellen Partnerschaft für
die Jahre 2013-2015 verstärkt."

Grüsse, Andreas
Ernst Keller
2013-02-26 14:20:02 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Post by Ernst Keller
Post by Andreas Baumgartner
Ich hoffe, Daniel Vasella würde freiwillig auf ein BGE verzichten. Er
zeigte sich ja beim Fukushima Erdbeben auch spendabel, ohne
dass man ihn erst noch darum bitten musste. Wobei das wohl ein Klacks
war im vergleich zu solchen Boni.
Wieviel hat er denn gespendet?
Ernst
Gemäss roteskreuz.at wurden im Namen von Novartis mehr als 3 Mio USD
gespendet.
http://www.roteskreuz.at/berichten/aktuelles/news/erdbeben-in-japan/partner-und-unterstuetzer/
(Der grösste bezifferte Spendebetrag auf dieser Liste.)
Ich vermute, da sind gespendete Medikamente noch nicht eingerechnet. Es
war damals die Rede davon dass Vasella denselben Betrag, wie den die
alle Mitarbeiter von Novartis zusammen spenden, dazu spenden wolle. Und
gratis Medikamente noch obendrauf. Dazu finde ich nun jedoch auf
die schnelle keine genaueren Belege oder Details im Netz.
"SRK und Novartis arbeiten seit Jahren eng zusammen, in der
Vergangenheit im Bereich des Blutplasmas, der Augenmedizin oder beim
Bereitstellen von Medikamenten nach Katastrophen. Die Zusammenarbeit
wurde jetzt mit der Unterzeichnung einer offiziellen Partnerschaft für
die Jahre 2013-2015 verstärkt."
Das habe ich auch gefunden, bezieht sich aber auf Oesterreich, und die 3Mio sind
nicht von Vasella. Die Angestellten von Novartis A haben 6000.--Euro gespendet.

Ernst
1X2Willows
2013-02-19 22:50:02 UTC
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Raw Message
Post by Andreas Baumgartner
Vielleicht sollten wir uns diesbezüglich zusammentun oder konkreter
austauschen. Muss ja nicht jeder einen kompletten Maschinenpark für
sich allein führen. Ich hab den Replicator Testbericht im CT Hacks
gelesen. Gelobt wird der für seine schnelligkeit. Mich würde der hohe
Materialpreis von 39-81 Euro pro Kilo beim Replicator noch abschrecken.
(Vergleich dazu RepRap Protos: 21-34 Euro pro Kilo) Ich schätze, der
Replicator 2 liegt da etwa gleich.
Mir schwebt ausserdem noch der Gedanke vor, aus eine defekte Mikrowelle
zu einem 3D Scanner umzubauen.
Meine Antwortadresse funktioniert, wie du weisst. :)
Toent fantastamatistisch - ich meld mich deswegen garantiert noch.

Diese & naechste Woche komm ich kaum zum Internetteln/eMailen, aber ab
Maerz sieht's wieder besser aus.

Grütze
D.
Jean P. Bruegger
2013-02-16 21:35:02 UTC
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Raw Message
In article <***@mid.individual.net>, ***@gmx.de
says...
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Ja selbstverstaendlich ist das nicht fair. Komisch nur, dass sich vor 50
Jahren noch jeder Buezer eine Frau leisten konnte, die nicht arbeiten
musste
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt. Ausserdem ist es nicht
sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben. Ich halte es
auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass ein erheblicher Teil der
Bevölkerung nicht aktiv am Wirtschaftsleben teilnimmt.
Ich bin zu Tränen gerührt. Kapitalismus und Kommunismus marschieren Hand
in Hand ins gelobte Land, wo günstige Arbeitsdrohnen für die Wirtschaft
und Haushälterinnen für das Proletariat im Ueberfluss gedeihen.

Befreit die Hausfrau aus ihrem unproduktiven Elend und lasst sie froh
schaffen für das Wohl der Gemeinschaft und der Aktionäre!
Die Kinder überlasst den Erziehungsprofis; sie wissen am besten, wie der
Nachwuchs (nach den Bedürfnissen der herrschenden Klasse) zu formen ist!
--
J. P. B.
There are more instances of the abridgment of the freedom of the people
by gradual and silent encroachments of those in power than by violent
and sudden usurpation. -- James Madison
1X2Willows
2013-02-17 11:55:01 UTC
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Raw Message
Post by Jean P. Bruegger
Befreit die Hausfrau aus ihrem unproduktiven Elend und lasst sie froh
schaffen für das Wohl der Gemeinschaft und der Aktionäre!
Die Kinder überlasst den Erziehungsprofis; sie wissen am besten, wie der
Nachwuchs (nach den Bedürfnissen der herrschenden Klasse) zu formen ist!
Es ist verwirrend. Zuerst wird eine Frau die nicht arbeiten muss als
Luxus dargestellt, den sich nur Mehrbessere leisten koennen. Dann sind
Hausfrauen der Arbeiterklasse ploetzlich arme unterdrueckte Hauderlis,
welche vom Erwerbsleben ausgeschlossen werden.
Jean P. Bruegger
2013-02-28 23:30:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Jean P. Bruegger
Befreit die Hausfrau aus ihrem unproduktiven Elend und lasst sie froh
schaffen für das Wohl der Gemeinschaft und der Aktionäre!
Die Kinder überlasst den Erziehungsprofis; sie wissen am besten, wie der
Nachwuchs (nach den Bedürfnissen der herrschenden Klasse) zu formen ist!
Es ist verwirrend. Zuerst wird eine Frau die nicht arbeiten muss als
Luxus dargestellt, den sich nur Mehrbessere leisten koennen. Dann sind
Hausfrauen der Arbeiterklasse ploetzlich arme unterdrueckte Hauderlis,
welche vom Erwerbsleben ausgeschlossen werden.
Marketing-Details. Nicht wirklich der Mühe wert.

"Die Kantone sorgen insbesondere für ein bedarfsgerechtes Angebot an
familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen."

Staatsausbau!
--
J. P. B.
There are more instances of the abridgment of the freedom of the people
by gradual and silent encroachments of those in power than by violent
and sudden usurpation. -- James Madison
Roman Racine
2013-02-17 16:35:02 UTC
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Raw Message
Post by Jean P. Bruegger
says...
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Ja selbstverstaendlich ist das nicht fair. Komisch nur, dass sich vor 50
Jahren noch jeder Buezer eine Frau leisten konnte, die nicht arbeiten
musste
Das ist auch eine Urban Legend, das hat für diejenigen, die der
Arbeiterklasse angehören, noch nie gestimmt. Ausserdem ist es nicht
sinnvoll, die Hälfte der Bevölkerung zuhause sitzen zu haben. Ich halte
es auch für gesellschaftlich nicht wünschenswert, dass ein erheblicher
Teil der Bevölkerung nicht aktiv am Wirtschaftsleben teilnimmt.
Ich bin zu Tränen gerührt. Kapitalismus und Kommunismus marschieren Hand
in Hand ins gelobte Land, wo günstige Arbeitsdrohnen für die Wirtschaft
und Haushälterinnen für das Proletariat im Ueberfluss gedeihen.
Ich weiss nicht, wo du so lebst, aber dort, wo ich lebe, haben Frauen
üblicherweise eine Ausbildung auf ähnlichem Niveau wie die Männer,
entsprechend sind sie dann nicht "günstige Arbeitsdrohnen". Möglicherweise
ist dir das selbst auch klar und du wolltest einfach ein paar politische
Kampfbegriffe aus früheren Zeiten wieder mal in einem Posting unterbringen.
Post by Jean P. Bruegger
Befreit die Hausfrau aus ihrem unproduktiven Elend und lasst sie froh
schaffen für das Wohl der Gemeinschaft und der Aktionäre!
Es wird durch eine Verfassungsbestimmung, dass die Kantone dafür sorgen
sollen, dass Krippenplätze verfügbar sind, keine einzige Hausfrau gegen
ihren Willen dazu gezwungen, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen.

Es geht darum, dass durch die Verfügbarkeit von Krippenplätzen eben auch
andere Lebensentwürfe ermöglicht werden sollen.

Gruss

Roman°
1X2Willows
2013-02-17 19:35:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Es geht darum, dass durch die Verfügbarkeit von Krippenplätzen eben auch
andere Lebensentwürfe ermöglicht werden sollen.
Andere Lebensentwuerfe als was, ausser den jetzt schon moeglichen?

Jetzt sei doch nicht immer so obtus mehrdeutig und leg Deine Karten auf
den Tisch.
Roman Racine
2013-02-18 20:20:01 UTC
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Raw Message
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Es geht darum, dass durch die Verfügbarkeit von Krippenplätzen eben auch
andere Lebensentwürfe ermöglicht werden sollen.
Andere Lebensentwuerfe als was, ausser den jetzt schon moeglichen?
Jetzt sei doch nicht immer so obtus mehrdeutig und leg Deine Karten auf
den Tisch.
Dass Frauen eben auch dann arbeiten gehen können in dem Fall, dass das
Familieneinkommen nicht hoch genug ist, um sich aus eigenen Stücken externe
Betreuung zu leisten. Das geht je nach Kanton jetzt schon, in gewissen
Kantonen gibt es Systeme mit Wartelisten und dergleichen, wo man vorher
nicht weiss, ob man einen Platz kriegt. Für eine Stellenbewerbung oder eine
geregelte Arbeit ist so etwas natürlich Gift.

Für diejenigen, die genügend Einkommen haben, ist das ja heute schon kein
Problem (und auf diese Weise bin auch ich aufgewachsen und ich bin ehrlich
gesagt nicht unglücklich darüber ...).

Im Übrigen sollte es auch schweizweit Lösungen für diejenigen (meist Frauen,
z.T. aber auch Männer) geben, die alleinerziehend sind. Ich bin zwar
grundsätzlich auch der Meinung, dass es möglichst wenige Kinder geben
sollte, die im Haushalt einer oder eines Alleinerziehenden aufwachsen.
Andererseits bringt es nicht viel, den Eltern, die dafür verantwortlich
sind, hier den Moralischen zu machen, wenn diejenigen, die letztlich
darunter leiden, dass es kein systematisches Betreuungsangebot gibt, die
Kinder sind. Wenn beispielsweise die Mutter tagsüber arbeitet und ein
regelmässiges Einkommen hat, ist das meiner Meinung nach sicher besser, als
wenn sie Sozialhilfe bezieht und zuhause sitzt, selbst wenn sie da rein
theoretisch die ganze Zeit auf ihr Kind aufpassen könnte. Meine persönliche
Erfahrung mit Leuten, die unfreiwillig in der Sozialhilfe gelandet sind oder
schon nur länger arbeitslos sind, ist jedenfalls, dass ihnen das ganz massiv
auf die Psyche und ihr Selbstwertgefühl schlägt.

Ich kenne mich diesbezüglich nicht aus, aber ich könnte mir beispielsweise
vorstellen, dass durch eine geregelte Betreuung tagsüber die Fälle, wo
Kinder letztlich ins Heim kommen und ganz ohne Eltern aufwachsen, weil die
Eltern überfordert sind, reduziert werden könnten.

Gruss

Roman°
1X2Willows
2013-02-19 22:55:01 UTC
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Raw Message
Post by Roman Racine
Post by 1X2Willows
Post by Roman Racine
Es geht darum, dass durch die Verfügbarkeit von Krippenplätzen eben auch
andere Lebensentwürfe ermöglicht werden sollen.
Andere Lebensentwuerfe als was, ausser den jetzt schon moeglichen?
Jetzt sei doch nicht immer so obtus mehrdeutig und leg Deine Karten auf
den Tisch.
Dass Frauen eben auch dann arbeiten gehen können in dem Fall, dass das
Familieneinkommen nicht hoch genug ist, um sich aus eigenen Stücken externe
Betreuung zu leisten. Das geht je nach Kanton jetzt schon, in gewissen
Kantonen gibt es Systeme mit Wartelisten und dergleichen, wo man vorher
nicht weiss, ob man einen Platz kriegt. Für eine Stellenbewerbung oder eine
geregelte Arbeit ist so etwas natürlich Gift.
Für diejenigen, die genügend Einkommen haben, ist das ja heute schon kein
Problem (und auf diese Weise bin auch ich aufgewachsen und ich bin ehrlich
gesagt nicht unglücklich darüber ...).
Im Übrigen sollte es auch schweizweit Lösungen für diejenigen (meist Frauen,
z.T. aber auch Männer) geben, die alleinerziehend sind. Ich bin zwar
grundsätzlich auch der Meinung, dass es möglichst wenige Kinder geben
sollte, die im Haushalt einer oder eines Alleinerziehenden aufwachsen.
Andererseits bringt es nicht viel, den Eltern, die dafür verantwortlich
sind, hier den Moralischen zu machen, wenn diejenigen, die letztlich
darunter leiden, dass es kein systematisches Betreuungsangebot gibt, die
Kinder sind. Wenn beispielsweise die Mutter tagsüber arbeitet und ein
regelmässiges Einkommen hat, ist das meiner Meinung nach sicher besser, als
wenn sie Sozialhilfe bezieht und zuhause sitzt, selbst wenn sie da rein
theoretisch die ganze Zeit auf ihr Kind aufpassen könnte. Meine persönliche
Erfahrung mit Leuten, die unfreiwillig in der Sozialhilfe gelandet sind oder
schon nur länger arbeitslos sind, ist jedenfalls, dass ihnen das ganz massiv
auf die Psyche und ihr Selbstwertgefühl schlägt.
Ich kenne mich diesbezüglich nicht aus, aber ich könnte mir beispielsweise
vorstellen, dass durch eine geregelte Betreuung tagsüber die Fälle, wo
Kinder letztlich ins Heim kommen und ganz ohne Eltern aufwachsen, weil die
Eltern überfordert sind, reduziert werden könnten.
Gruss
Roman°
Merci fuer die ausfuehrliche Erklaerung.
Ich meld mich spaeter nochmal.

D.
Jean P. Bruegger
2013-02-28 23:30:01 UTC
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Raw Message
In article <***@mid.individual.net>, ***@gmx.de
says...
Post by Roman Racine
Post by Jean P. Bruegger
Ich bin zu Tränen gerührt. Kapitalismus und Kommunismus marschieren Hand
in Hand ins gelobte Land, wo günstige Arbeitsdrohnen für die Wirtschaft
und Haushälterinnen für das Proletariat im Ueberfluss gedeihen.
Ich weiss nicht, wo du so lebst, aber dort, wo ich lebe, haben Frauen
üblicherweise eine Ausbildung auf ähnlichem Niveau wie die Männer,
entsprechend sind sie dann nicht "günstige Arbeitsdrohnen". Möglicherweise
ist dir das selbst auch klar und du wolltest einfach ein paar politische
Kampfbegriffe aus früheren Zeiten wieder mal in einem Posting unterbringen.
Richtig. Ich war schon immer der Meinung, dass «Haushälterinnen» als
politischer Kampfbegriff zu Unrecht ein Schattendasein führt.
Post by Roman Racine
Post by Jean P. Bruegger
Befreit die Hausfrau aus ihrem unproduktiven Elend und lasst sie froh
schaffen für das Wohl der Gemeinschaft und der Aktionäre!
Es wird durch eine Verfassungsbestimmung, dass die Kantone dafür sorgen
sollen, dass Krippenplätze verfügbar sind, keine einzige Hausfrau gegen
ihren Willen dazu gezwungen, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen.
Es geht darum, dass durch die Verfügbarkeit von Krippenplätzen eben auch
andere Lebensentwürfe ermöglicht werden sollen.
Ersetze «ermöglichen» durch «finanzieren» und es 'passt'. Nur ist der
Steuerzahler nicht dazu da, irgendwem seinen Lebensentwurf zu finanzie-
ren.

In grösserem Rahmen betrachtet, soll ein weiterer Teil der Gesellschaft
in die Arme des Versorgerstaates geschlossen werden. Je mehr Menschen
direkt oder indirekt von staatlichen Leistungen abhängig sind, desto
geringer werden die Chancen, dem staatlichen Wildwuchs Einhalt zu ge-
bieten. Keiner wird Steuern senken wollen, wenn ihm dadurch Leistungs-
kürzungen drohen.
--
J. P. B.
There are more instances of the abridgment of the freedom of the people
by gradual and silent encroachments of those in power than by violent
and sudden usurpation. -- James Madison
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