Discussion:
Ist Service Public noch zeitgemäss?
(zu alt für eine Antwort)
Peter Berner
2014-06-10 20:40:02 UTC
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Raw Message
Die Aufteilung des Postkonzerns in unabhängige Bereiche lässt sich nicht
allein mit Anpassung an veränderte Marktbedingungen erklären. Der
Postfinance-Bereich rentiert auffällig, seitdem auch Bankdienstleistungen
erbracht werden dürfen. Anderseits soll es im Postbereich nötig sei,
Poststellen zu "Gemischtwarenläden" verkommen zu lassen, in denen Posthalter
und Mitarbeitende mit zunehmendem Umsatzdruck zu kämpfen haben? Der Fokus
auf Gewinnmaximierung hat längst zu Qualitätseinbussen im eigentlichen
Postbereich (Dienstleistungsqualität UND Arbeitsbedingungen) geführt und
quasi den Untergang des Service Public mit eingeläutet.

Die Pöstler wollen streiken, aber langfristig wichtiger scheint mir die
Frage, was eine wünschbare Entwicklung aus KUNDENSICHT wäre.

Mit anderen Worten: Ist Service Public noch zeitgemäss?
Walter Schmid
2014-06-11 11:45:01 UTC
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Raw Message
Post by Peter Berner
Die Aufteilung des Postkonzerns in unabhängige Bereiche lässt sich nicht
allein mit Anpassung an veränderte Marktbedingungen erklären. Der
Postfinance-Bereich rentiert auffällig, seitdem auch Bankdienstleistungen
erbracht werden dürfen. Anderseits soll es im Postbereich nötig sei,
Poststellen zu "Gemischtwarenläden" verkommen zu lassen, in denen Posthalter
und Mitarbeitende mit zunehmendem Umsatzdruck zu kämpfen haben? Der Fokus
auf Gewinnmaximierung hat längst zu Qualitätseinbussen im eigentlichen
Postbereich (Dienstleistungsqualität UND Arbeitsbedingungen) geführt und
quasi den Untergang des Service Public mit eingeläutet.
Die Pöstler wollen streiken, aber langfristig wichtiger scheint mir die
Frage, was eine wünschbare Entwicklung aus KUNDENSICHT wäre.
Mit anderen Worten: Ist Service Public noch zeitgemäss?
Bei der Post: Nur in den Randregionen.

Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf mit weniger
als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse. Dass hier Post, UPS
und DHL wegen total 4 Paketen hinfahren, ist ökologischer Irrsinn.

Gruss

Walter
--
Obwohl schon seit 20 Jahren sämtliche Verknüpfungen der 302
Neurone des C.elegans kartiert sind, hat noch immer niemand eine
klare Vorstellung davon, wie dieses relativ einfache Netzwerk
genau funktioniert. (SdW 10/2011)
Martin Schoch
2014-06-11 13:30:01 UTC
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Raw Message
Post by Walter Schmid
Post by Peter Berner
Die Aufteilung des Postkonzerns in unabhängige Bereiche lässt sich
nicht allein mit Anpassung an veränderte Marktbedingungen erklären. Der
Postfinance-Bereich rentiert auffällig, seitdem auch
Bankdienstleistungen erbracht werden dürfen. Anderseits soll es im
Postbereich nötig sei, Poststellen zu "Gemischtwarenläden" verkommen zu
lassen, in denen Posthalter und Mitarbeitende mit zunehmendem
Umsatzdruck zu kämpfen haben? Der Fokus auf Gewinnmaximierung hat
längst zu Qualitätseinbussen im eigentlichen Postbereich
(Dienstleistungsqualität UND Arbeitsbedingungen) geführt und quasi den
Untergang des Service Public mit eingeläutet.
Die Pöstler wollen streiken, aber langfristig wichtiger scheint mir die
Frage, was eine wünschbare Entwicklung aus KUNDENSICHT wäre.
Mit anderen Worten: Ist Service Public noch zeitgemäss?
Bei der Post: Nur in den Randregionen.
Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf mit weniger
als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse. Dass hier Post, UPS
und DHL wegen total 4 Paketen hinfahren, ist ökologischer Irrsinn.
Ach so, jetzt verstehe ich das Projekt, Paketzustellung per Drohne....
SCNR
--
m.f.G.
M.
Peter Berner
2014-06-18 20:30:02 UTC
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Raw Message
Post by Walter Schmid
Post by Peter Berner
[...]
Mit anderen Worten: Ist Service Public noch zeitgemäss?
Bei der Post: Nur in den Randregionen.
Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf
mit weniger als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse.
Dass hier Post, UPS und DHL wegen total 4 Paketen
hinfahren, ist ökologischer Irrsinn.
Das ist zwar gut gemeint, aber mir etwas zu polemisch.
Es gibt viel mehr, was täglich transportiert werden muss.
Für deine 4 Pakete findet sich auch noch ein Platzchen.

Umgekehrt wird in den Randregionen ein Schuh draus:

Die POST-ECKE im Gemischtwarenladen!
Und ein/e Mitarbeiter/in ist geschult und - verantwortlich.
Plus Replacements für Ferien und Kranklheit...

Und sagt jemand, dass 'Service Public' gratis sein soll?
Bloss kundennah und ZUVERLÄSSIG - drum heisst
das Ding ja 'Service Public'.

Ist aber 'Service Public' noch zeitgemäss? Anders
gefragt: Was wird heute gewünscht und gebraucht?

Gruss, Peter
Walter Schmid
2014-06-19 05:55:01 UTC
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Raw Message
Post by Peter Berner
Post by Walter Schmid
Post by Peter Berner
[...]
Mit anderen Worten: Ist Service Public noch zeitgemäss?
Bei der Post: Nur in den Randregionen.
Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf
mit weniger als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse.
Dass hier Post, UPS und DHL wegen total 4 Paketen
hinfahren, ist ökologischer Irrsinn.
Das ist zwar gut gemeint, aber mir etwas zu polemisch.
Es gibt viel mehr, was täglich transportiert werden muss.
Für deine 4 Pakete findet sich auch noch ein Platzchen.
Ich fragte den DHL-Fahrer, wieviel er allein für mich gefahren
sei. Antwort: Heute 6 Kilometer, es waren aber auch schon mal 12!
Post by Peter Berner
Die POST-ECKE im Gemischtwarenladen!
Und ein/e Mitarbeiter/in ist geschult und - verantwortlich.
Plus Replacements für Ferien und Kranklheit...
Und sagt jemand, dass 'Service Public' gratis sein soll?
Die Frage lautet: Wer bezahlt? Die Allgemeinheit oder zahlt der
Bergbauer seinen teuren Postweg selber.
Post by Peter Berner
Bloss kundennah und ZUVERLÄSSIG - drum heisst
das Ding ja 'Service Public'.
Das wäre dann die Migros! Nur in grossen Dörfern und Städten.
Post by Peter Berner
Ist aber 'Service Public' noch zeitgemäss? Anders
gefragt: Was wird heute gewünscht und gebraucht?
Ich kann mich nur wiederholen. Wenn man verhindern will, dass
Randregionen veröden, ist der Service Public notwendig.
Finanziert mit Steuermitteln. Der Bergbauer kann sich nicht
selber subventionieren.

Gruss

Walter
--
«Es gibt einen Grenzwert für erlaubte Unterschätzungen; dieser
Grenzwert ist hier überschritten.» Kurt Furgler (NZZ 16.6.2014)
Luigi Rotta
2014-06-19 06:05:02 UTC
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Raw Message
Am Wed, 11 Jun 2014 11:45:01 +0000 (UTC) schrieb Walter Schmid
Post by Walter Schmid
Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf mit weniger
als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse. Dass hier Post, UPS
und DHL wegen total 4 Paketen hinfahren, ist ökologischer Irrsinn.
Auch in der Stadt ist es widersinnig: da fahren mehrere Lieferwagen im
Quartier rum um Päkli auszufahren. Wenn vier die Arbeit von einem machen
ist klar dass für jeden nur ein viertel Lohn da ist.

Gesamtwirtschaflich gesehen ein Irrsinn. Wenn vier die Arbeit von einem
machen ist klar, dass für jeden nur ein viertel Lohn da ist. Wer das
nicht glaubt soll sich die Lebenssituation deutscher Päklifahrer
anschauen, die haben diese Zustände dort bereits.
--
Gruss

Luigi


Man muss nicht von Anfang das Perfekte machen, es genügt
wenn man beginnt es besser zu machen.(L.R.)
Felix Rauch
2014-06-19 06:25:01 UTC
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Raw Message
Post by Luigi Rotta
Am Wed, 11 Jun 2014 11:45:01 +0000 (UTC) schrieb Walter Schmid
Post by Walter Schmid
Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf mit weniger
als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse. Dass hier Post, UPS
und DHL wegen total 4 Paketen hinfahren, ist ?kologischer Irrsinn.
Auch in der Stadt ist es widersinnig: da fahren mehrere Lieferwagen im
Quartier rum um P?kli auszufahren. Wenn vier die Arbeit von einem machen
ist klar dass f?r jeden nur ein viertel Lohn da ist.
Gesamtwirtschaflich gesehen ein Irrsinn. Wenn vier die Arbeit von einem
machen ist klar, dass f?r jeden nur ein viertel Lohn da ist. Wer das
nicht glaubt soll sich die Lebenssituation deutscher P?klifahrer
anschauen, die haben diese Zust?nde dort bereits.
Der Service wird dann auch entsprechend abgebaut. In Australien versuchen
die Paekli-Fahrer schon gar nicht mehr die Paekli zu verteilen, sondern
stecken nur noch Paket-Abholungs-Zettel in die Briefkaesten und laden
die Pakete direkt auf der Poststelle ab.

Immerhin gibt's jetzt immer mehr "24/7 Parcel Lockers", so eine Art
automatisierte Poststelle zur Paket-Abholung [1]. Da kann man die
Pakete dann wenigstens rund um die Uhr abholen, allerdings ist
das dann nicht mehr so sehr "bequem zu Hause einkaufen".

- Felix

[1] http://auspost.com.au/parcels-mail/parcel-lockers.html
--
Felix Rauch, http://www.trash.net/~xilef/
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purposes is hereby strictly prohibited according to applicable laws.
Peter Berner
2014-06-19 20:40:02 UTC
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Raw Message
Post by Luigi Rotta
Post by Walter Schmid
Ich habe lange sehr abgelegen gewohnt, in einem Dorf mit
weniger als 400 Einwohnern in den Bergen, Sackgasse.
Dass hier Post, UPS und DHL wegen total 4 Paketen hin-
fahren, ist ökologischer Irrsinn.
Auch in der Stadt ist es widersinnig: da fahren mehrere
Lieferwagen im Quartier rum um Päkli auszufahren. Wenn
vier die Arbeit von einem machen ist klar dass für jeden nur
ein viertel Lohn da ist.
Na ja. So klar ist das aber nicht, Luigi.

Klar, 4 Firmen mit 4 Fahrzeugen, notabene für die gleiche
'Arbeitsmenge', ergibt schon mal offensichtlich einen erheblich
höheren Kilometer- und Zeitaufwand.

Hierzu mal ein krasses aber realistisches Beispiel:

Es macht einen Unterschied, ob 4 Fahrer mit je 1 Päckli
von Bern nach Luzern, St. Gallen, Basel und Lausanne
fahren...

110 km Bern - Luzern (Autobahn, Zeitaufwand 1:20 h)
203 km Bern - St. Gallen (Autobahn, Zeitaufwand 2:19 h)
095 km Bern - Basel (Autobahn Zeitaufwand 1:11 h)
102 km Bern - Lausanne (Autobahn, Zeitaufwand 1:14 h)
----------------------------------------
510 km
1020 km incl. Rückwege (100 % = Basis)
(Zeitaufwand, gerundet = 12 h)

...oder ob 1 Fahrer die selben 4 Päckli 'da solo' verteilt:

110 km Bern - Luzern (Autobahn, Zeitaufwand 1:20h)
144 km Luzern - St. Gallen (Autobahn, Zeitaufwand 1:40h)
165 km St. Gallen - Basel (Autobahn, Zeitaufwand 1:55 h)
198 km Basel - Lausanne (Autobahn, Zeitaufwand 2:19 h)
103 km von Luasanne - Bern (Autobahn, Zeitaufwand 1:16 h)
----------------------------------------
720 km (rund 70 %)
(Zeitaufwand = 8 1/2 h)

Die Fahrzeug-Mehrkilometer kosten und der grössere Stress
für die 'Fahrerschaft' (Zeitersparnis-Druck, damit er/sie besser
rentiert) sind ebenfalls, gesamtwirtschaftlich gesehen, ein Irrsinn.

Von der 'Amortiseischen' der Fahrzeuge usw. reden wir schon
gar nicht. Nehmen wir nur mal den reinen Zeitaufwand und rech-
nen wir mit Mitarbeiterkosten von bescheidenen 20 'Mäusen'
pro Stunde, kosten 4 Fahrer total CHF 240.- (100%), aber
1 Fahrer kostet nur CHF 170.- (also nur rund 70 %) für die
Erledigung DERSELBEN 'Arbeitsmenge'.

Damit wären wir via liberalisierte Päcklipost wieder zurück
beim Service Public, nicht wahr:

Liberale Päckliwirtschaft (mmmh, 'liberal' riecht nach Freiheit)
- oder besser wieder ein Monopol der Post? Oder wie halt
üblich ein 'gut schweizerischen Kompromiss'?

Ich frage mich, was wohl ein FDP-Politikus HEUTE dazu
meinen würde?

Ich kenne leider keinen persönlich. Ihr vielleicht? Na, dann
fragt ihn doch mal... ;-)

Gruss, Peter
Luigi Rotta
2014-06-20 05:40:02 UTC
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Raw Message
Am Thu, 19 Jun 2014 20:40:02 +0000 (UTC) schrieb "Peter Berner"
Post by Peter Berner
Es macht einen Unterschied, ob 4 Fahrer mit je 1 Päckli
von Bern nach Luzern, St. Gallen, Basel und Lausanne
fahren...
110 km Bern - Luzern (Autobahn, Zeitaufwand 1:20 h)
203 km Bern - St. Gallen (Autobahn, Zeitaufwand 2:19 h)
095 km Bern - Basel (Autobahn Zeitaufwand 1:11 h)
102 km Bern - Lausanne (Autobahn, Zeitaufwand 1:14 h)
----------------------------------------
510 km
1020 km incl. Rückwege (100 % = Basis)
(Zeitaufwand, gerundet = 12 h)
110 km Bern - Luzern (Autobahn, Zeitaufwand 1:20h)
144 km Luzern - St. Gallen (Autobahn, Zeitaufwand 1:40h)
165 km St. Gallen - Basel (Autobahn, Zeitaufwand 1:55 h)
198 km Basel - Lausanne (Autobahn, Zeitaufwand 2:19 h)
103 km von Luasanne - Bern (Autobahn, Zeitaufwand 1:16 h)
----------------------------------------
720 km (rund 70 %)
(Zeitaufwand = 8 1/2 h)
Realistisch? Also ich weiss nicht in welcher Welt du lebst. Fehlt nur
noch dass du den Päkliboten zu Fuss losschickst.

Ausserdem: in deinem Beispiel hat ein privater Päklibote ca. 1:30 zu
tun, der Solofahrer ein Vollzeitjob. Genau die Situation aktueller
Päkliboten: prekäre Jobs die mit Sozialhilfe aufgestockt werden muss.

Es gäbe noch andere Privatisierungsmodelle für die Post. Aber für das
sind Politiker und Manager zu blöd.
--
Gruss

Luigi


Man muss nicht von Anfang das Perfekte machen, es genügt
wenn man beginnt es besser zu machen.(L.R.)
Peter Berner
2014-06-20 11:50:01 UTC
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Raw Message
Post by Luigi Rotta
Am Thu, 19 Jun 2014 20:40:02 +0000 (UTC) schrieb "Peter Berner"
Post by Peter Berner
Es macht einen Unterschied, ob 4 Fahrer mit je 1 Päckli
von Bern nach Luzern, St. Gallen, Basel und Lausanne
fahren...
[...]
1020 km incl. Rückwege (100 % = Basis)
(Zeitaufwand, gerundet = 12 h)
[...]
720 km (rund 70 %)
(Zeitaufwand = 8 1/2 h)
Realistisch? Also ich weiss nicht in welcher Welt du lebst. Ausserdem: in
deinem Beispiel hat ein privater Päklibote ca. 1:30 zu tun, der Solofahrer
ein Vollzeitjob.
Mein Beispiel sollte aufzeigen, dass diejenige Firma, die alle 4 Päckli
transportieren darf, die Route optimieren kann. Wenn für jedes Päckli eine
eigene Firma zuständig ist, geht das nicht. Ich bin schon etwas erstaunt,
dass Du das nicht sehen willst oder kannst.

Imšübrigen habe ich im Original-Posting etwas vergessen: Nebst der dort
erwähnten 'Postfinance' wird der Telefon-Teil der ursprünglichen PTT heute
von der Swisscom abgedeckt. Und die macht ebenfalls soviel Gewinn, dass sie
nicht mehr weiss, wohin mit der Kohle. Die günstigeren Angebote von Sunrise,
Orange usw. beweisen genau dies. Aber wie steht es mit der
Wireless-Netzabdeckung in ländlichen Regionen, mit dem also, was bezüglich
'Service Public' wirklich zählt? Das ist die Swisscom mit Abstand führend.

Postfinance, Swisscom plus die (dank Päcklipost-Liberalisierung nun noch
defizitärere) Post ZUSAMMEN würden unter dem Strich IMMER NOCH schwarze
Zahlen schreiben.
Post by Luigi Rotta
Es gäbe noch andere Privatisierungsmodelle für die Post.
Okay, werde doch bitte mal konkret, mach wenigstens EIN Modell-Beispiel.

Aber wahrscheinlich interessiert dich das Thema 'Public Service' als
scheinbar veraltetes Modell nicht wirklich, was ich Dir natürlich nicht
verübeln kann. Ich will mich nicht mit Dir streiten, das ist mir diese
Diskussion echt nicht wert.

Die 'Bürgerschaft' kriegt in freiheitlichen Staaten und Regionen letztlich
stets das wirtschaftliche Umfeld, das er oder sie verdient.

Gruss, Peter
Walter Schmid
2014-06-20 12:05:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Peter Berner
Post by Luigi Rotta
Es gäbe noch andere Privatisierungsmodelle für die Post.
Okay, werde doch bitte mal konkret, mach wenigstens EIN Modell-Beispiel.
Man könnte Regionen versteigern. Der Meistbietende bzw. der am
wenigsten Subvention Fordernde darf und muss im Thurgau 5 Jahre
lang als Monopolist Briefe und Pakete verteilen. Und zwar bei
A-Post innert 24 Stunden nach Eingang, Express innert 4 Stunden.
Für jede Nichteinhaltung bezahlt er eine Konventionalstrafe. Für
Verluste und andere nachgewiesene Schäden haftet er bis zu einer
Maximalsumme von sagen wir mal 100'000 Fr.

Nachteil: Das Personal muss nicht mehr freundlich sein.

Gruss

Walter
--
«Es gibt einen Grenzwert für erlaubte Unterschätzungen; dieser
Grenzwert ist hier überschritten.» Kurt Furgler (NZZ 16.6.2014)
Walter Schmid
2014-06-20 13:20:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Walter Schmid
Post by Peter Berner
Post by Luigi Rotta
Es gäbe noch andere Privatisierungsmodelle für die Post.
Okay, werde doch bitte mal konkret, mach wenigstens EIN Modell-Beispiel.
Man könnte Regionen versteigern. Der Meistbietende bzw. der am
wenigsten Subvention Fordernde darf und muss im Thurgau 5 Jahre
lang als Monopolist Briefe und Pakete verteilen. Und zwar bei
A-Post innert 24 Stunden nach Eingang, Express innert 4 Stunden.
Für jede Nichteinhaltung bezahlt er eine Konventionalstrafe. Für
Verluste und andere nachgewiesene Schäden haftet er bis zu einer
Maximalsumme von sagen wir mal 100'000 Fr.
Nachteil: Das Personal muss nicht mehr freundlich sein.
Nachtrag: Der Tarif wird, wie bisher, staatlich vorgeschrieben,
sonst kann der Monopolist das Volk beliebig aussaugen.

Gruss

Walter
--
«Es gibt einen Grenzwert für erlaubte Unterschätzungen; dieser
Grenzwert ist hier überschritten.» Kurt Furgler (NZZ 16.6.2014)
Roman Racine
2014-06-22 22:35:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Walter Schmid
Post by Walter Schmid
Post by Peter Berner
Post by Luigi Rotta
Es gäbe noch andere Privatisierungsmodelle für die Post.
Okay, werde doch bitte mal konkret, mach wenigstens EIN Modell-Beispiel.
Man könnte Regionen versteigern. Der Meistbietende bzw. der am
wenigsten Subvention Fordernde darf und muss im Thurgau 5 Jahre
lang als Monopolist Briefe und Pakete verteilen. Und zwar bei
A-Post innert 24 Stunden nach Eingang, Express innert 4 Stunden.
Für jede Nichteinhaltung bezahlt er eine Konventionalstrafe. Für
Verluste und andere nachgewiesene Schäden haftet er bis zu einer
Maximalsumme von sagen wir mal 100'000 Fr.
Nachteil: Das Personal muss nicht mehr freundlich sein.
Nachtrag: Der Tarif wird, wie bisher, staatlich vorgeschrieben,
sonst kann der Monopolist das Volk beliebig aussaugen.
Zur Ergänzung: Dieses Modell hat sich beim öffentlichen Verkehr durchaus
bewährt. Damit es funktioniert, muss der Staat aber die Qualität der zu
erbringenden Leistung genau definieren und diese auch kontinuierlich
überprüfen und Strafen tatsächlich durchsetzen. Sonst passiert das, was z.B.
bei der S-Bahn Berlin passiert ist.

Gruss

Roman
Luigi Rotta
2014-06-23 06:10:02 UTC
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Raw Message
Am Sun, 22 Jun 2014 22:35:01 +0000 (UTC) schrieb Roman Racine
Post by Roman Racine
Zur Ergänzung: Dieses Modell hat sich beim öffentlichen Verkehr durchaus
bewährt. Damit es funktioniert, muss der Staat aber die Qualität der zu
erbringenden Leistung genau definieren und diese auch kontinuierlich
überprüfen und Strafen tatsächlich durchsetzen. Sonst passiert das, was z.B.
bei der S-Bahn Berlin passiert ist.
Oder bei der britischen Bahn. :(
--
Gruss

Luigi


Man muss nicht von Anfang das Perfekte machen, es genügt
wenn man beginnt es besser zu machen.(L.R.)
Luigi Rotta
2014-06-20 15:05:02 UTC
Permalink
Raw Message
Am Fri, 20 Jun 2014 11:50:01 +0000 (UTC) schrieb "Peter Berner"
Post by Peter Berner
Mein Beispiel sollte aufzeigen, dass diejenige Firma, die alle 4 Päckli
transportieren darf, die Route optimieren kann. Wenn für jedes Päckli eine
eigene Firma zuständig ist, geht das nicht. Ich bin schon etwas erstaunt,
dass Du das nicht sehen willst oder kannst.
Dann liegt hier ein Missverständnis vor. Ich bin für Service public und
auch dafür dass es was kosten darf.

Wohin "Geiz ist Geil" führt sieht man ja sehr gut im Grosskanton. Oder
will hier jemand von Hartz IV leben müssen?
Post by Peter Berner
Im¨übrigen habe ich im Original-Posting etwas vergessen: Nebst der dort
erwähnten 'Postfinance' wird der Telefon-Teil der ursprünglichen PTT heute
von der Swisscom abgedeckt. Und die macht ebenfalls soviel Gewinn, dass sie
nicht mehr weiss, wohin mit der Kohle. Die günstigeren Angebote von Sunrise,
Orange usw. beweisen genau dies. Aber wie steht es mit der
Wireless-Netzabdeckung in ländlichen Regionen, mit dem also, was bezüglich
'Service Public' wirklich zählt? Das ist die Swisscom mit Abstand führend.
Postfinance, Swisscom plus die (dank Päcklipost-Liberalisierung nun noch
defizitärere) Post ZUSAMMEN würden unter dem Strich IMMER NOCH schwarze
Zahlen schreiben.
Also ich weine der PTT nach. Auch wenn Quersubventionierung nicht das
gelbe vom Ei ist.
Post by Peter Berner
Post by Luigi Rotta
Es gäbe noch andere Privatisierungsmodelle für die Post.
Okay, werde doch bitte mal konkret, mach wenigstens EIN Modell-Beispiel.
Behalt ich im Moment für mich, ein paar Details feile ich noch.

Aber es ist klar das gewisse Dienste wenn nicht im Besitz, so doch unter
der Kontrolle des Staates stehen sollten.

Natürlich situationsbezogen: In einer Diktatur ist es gut wenn man
unabhängiges Fernsehen hat, in der Demokratie ist es gut wenn man
öffentliches Fernsehen hat statt nur Unterschicht-Tiivii.
Post by Peter Berner
Aber wahrscheinlich interessiert dich das Thema 'Public Service' als
scheinbar veraltetes Modell nicht wirklich, was ich Dir natürlich nicht
verübeln kann. Ich will mich nicht mit Dir streiten, das ist mir diese
Diskussion echt nicht wert.
Wie oben geschrieben. Ein geschickt aufgefädelter Service Public wäre
sogar ein wesentliche Standortvorteil.
Post by Peter Berner
Die 'Bürgerschaft' kriegt in freiheitlichen Staaten und Regionen letztlich
stets das wirtschaftliche Umfeld, das er oder sie verdient.
Aber wenn das Stimmvieh immer angelogen wird und diese Kälber ihren
eigenen Metzger glauben?
--
Gruss

Luigi


Man muss nicht von Anfang das Perfekte machen, es genügt
wenn man beginnt es besser zu machen.(L.R.)
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